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Meyer Mattea · Nationalrat · 2018-09-27

Meyer Mattea · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2018-09-27

Wortprotokoll

Es ist eine kleine, aber doch nicht unwichtige Änderung, die in Artikel 86 Absatz 1 von der Mehrheit vorgeschlagen wird. Neu soll die Unterstützung für vorläufig Aufgenommene "in der Regel" und nicht mehr einfach nur "nach Möglichkeit" in Form von Sachleistungen ausgerichtet werden. Das würde bedeuten, dass in Kollektivunterkünften statt Essensgeld neu einfach Lebensmittel geliefert werden oder ein Catering-Service diese Aufgabe übernimmt.

Ich war vor über zwei Jahren in Griechenland in Flüchtlingszentren. Etwas vom Eindrücklichsten, was mir neben all dem Elend und der Hoffnungslosigkeit geblieben ist, war, wie die Menschen mit sehr wenig und in einer grossen Enge so etwas wie einen normalen Alltag für sich und ihre Kinder zu schaffen versucht haben. Dazu gehört eben auch - und das ist einer der wichtigsten Punkte -, dass sie selber entscheiden können, was sie kochen, was sie essen wollen, weil das ein wichtiger Bestandteil des Alltags, des normalen Lebens ist.

Wir können hier jetzt schon entscheiden und sagen: Die Menschen sollen jetzt halt einfach Essen geliefert bekommen, sie sollen Kleider geliefert bekommen, sie sollen das nicht mehr selber entscheiden und bestimmen dürfen. Das wird vermutlich weder günstiger, noch wird es besser; wir machen den Menschen damit einfach das Leben noch ein bisschen mühseliger, noch ein bisschen schwerer, machen es ihnen noch ein bisschen schwerer, dass sie hier in ihrem Alltag ankommen und so etwas wie ein Leben aufbauen können. Nötig ist das nicht.

Ich bitte Sie, meinem Minderheitsantrag zuzustimmen.

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