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Keller-Sutter Karin · Ständerat · 2018-09-28

Keller-Sutter Karin · Ständerat · St. Gallen · FDP-Liberale Fraktion · 2018-09-28

Wortprotokoll

Wir beginnen die heutige Sitzung mit der Verabschiedung von fünf Mitarbeitenden der Parlamentsdienste.

Mit dem Ende dieser Session geht eine langjährige Mitarbeiterin der Parlamentsdienste vorzeitig in den Ruhestand. Es ist Frau Edda Deuss, Redaktorin und Protokollführerin beim Amtlichen Bulletin. Frau Deuss hat ihre Arbeit bei den Parlamentsdiensten Ende der 1980er Jahre aufgenommen, zu einer Zeit, als unsere Redetexte noch mit Tonband aufgenommen und mit Rotstift korrigiert wurden. Seither hat sie Tausende von Protokollseiten verfasst - eine bestimmt nicht immer leichte Aufgabe, die sie stets mit stilistischem Feingefühl gemeistert hat. Als ausgebildete Übersetzerin hat Frau Deuss aktiv zur Mehrsprachigkeit der Parlamentsdienste beigetragen, indem sie Protokolle nicht nur in Deutsch, sondern auch in Französisch und sogar in Englisch verfasst hat.

Im Namen unseres Rates danke ich Frau Deuss für ihre langjährigen wertvollen Dienste und wünsche ihr für ihren neuen Lebensabschnitt von Herzen alles Gute und gute Gesundheit! (Beifall; die Präsidentin überreicht Frau Deuss ein Geschenk)

Herr Martin Graf, Sekretär der Staatspolitischen Kommissionen, hat sich entschieden, sich auf Ende 2018 altershalber von seiner Tätigkeit für die Parlamentsdienste zurückzuziehen. Herr Graf ist ein Mitarbeiter der Parlamentsdienste der ersten Stunde: Am 1. November 1987 nahm er seine Arbeit hier im Haus beim Dokumentationsdienst auf, damals noch als Angestellter der Bundeskanzlei; 1993 wechselte er dann zum damaligen Fachdienst V und wurde Sekretär der Staatspolitischen Kommissionen. Ein Diener des Parlamentes ist er im wahrsten Sinn des Wortes immer gewesen: Er hat sich für die Institution Parlament starkgemacht und hatte stets ein wachsames Auge auf die Rechte der einzelnen Ratsmitglieder und der Organe der Bundesversammlung. Sein Interesse und sein Engagement für die Institution Parlament hat er auch über die Mauern des Bundeshauses hinausgetragen: Er war über lange Jahre ein aktives Mitglied der Schweizerischen Gesellschaft für Parlamentsfragen.

Von den vielen Geschäften, die Herr Graf betreut hat, seien hier nur zwei besonders erwähnt, nämlich die im Rahmen einer Spezialkommission erarbeitete neue Bundesverfassung von 1999 und das Parlamentsgesetz von 2002. Martin Graf hat zu diesen grossen Projekten mit Engagement, Weitsicht und Einsatz in vielen Arbeitsstunden beigetragen. Auch wenn in diesen und in anderen Gesetzen manch eine Formulierung aus seiner Feder stammt, so ist Martin Graf selbst nur einmal als Mitautor einer umfassenden Publikation in Erscheinung getreten, nämlich des Kommentars zum Parlamentsgesetz, der 2014 erschienen ist. In Bezug auf Umfang und Inhalt ist das ein eindrückliches Oeuvre, das rasch Eingang in den täglichen Gebrauch gefunden hat und das auch ich immer wieder konsultiere.

Ende Oktober wird uns Martin Graf verlassen und sich neuen Betätigungsfeldern zuwenden. Ob Autorenschaft ein Hobby ist, das sich auch im Ruhestand fortsetzen lässt, muss offenbleiben; es mag sein, dass seine anderen Hobbys - das Reisen, die Önologie, das Ferienhaus im Tessin oder die Ausfahrten auf der Moto Guzzi - zunächst im Vordergrund stehen werden.

Im Namen unseres Rates danke ich Herrn Martin Graf herzlich für seine langjährigen wertvollen Dienste und wünsche ihm für die Zukunft alles Gute! (Beifall; die Präsidentin überreicht Herrn Graf einen Blumenstrauss)

Auf Ende September wird Frau Catherine Ochsenbein pensioniert. Sie hat ihre Arbeit bei den Parlamentsdiensten am 1. März 2010 als Parlamentsführerin mit 50 Prozent aufgenommen. Am 1. August 2013 übernahm sie die Leitung des Teams. In dieser Funktion hat sie mit grossem Einsatz und zusammen mit ihren Mitarbeitenden zahlreiche Neuerungen eingeführt, beispielsweise die Kinder- und Themenführungen oder das Online-Reservationssystem für die Ratsbesuche. Insbesondere während der Sessionen kamen die präzise Arbeitsweise und der mikroskopisch geschulte Blick der studierten Biologin so richtig zum Tragen. Auf den komplexen Tagesplänen mit allen Tribünenbesuchen von Gruppen, Gesprächen mit Ratsmitgliedern und Rundgängen durch das Parlamentsgebäude entging ihr nichts. Das ständige Anpassen des Tagesprogramms an den Sessionsbetrieb war zwar anspruchsvoll, aber dank ihrer guten Übersicht gab es nie grössere Probleme. Auch den Tag der offenen Tür am 1. August und die Museumsnacht mit rund 4000 Gästen hat Frau Ochsenbein jeweils perfekt betreut.

Liebe Frau Ochsenbein, mit Ihrer engagierten, sehr angenehmen und kompetenten Art haben Sie seit 2010 jährlich ungefähr 100[NB]000 Besucherinnen und Besuchern das Parlamentsgebäude nähergebracht. Sie haben auch bei vielen Jugendlichen Interesse an der Politik wecken können. Für diesen unermüdlichen Einsatz gebührt Ihnen unser grosser Dank. Für die Zeit nach den Parlamentsdiensten wünschen wir Ihnen gute Erholung. Wir danken Ihnen nochmals herzlich für Ihren Einsatz und wünschen Ihnen von Herzen alles Gute! (Beifall; die Präsidentin überreicht Frau Ochsenbein ein Geschenk)

Nach dieser Herbstsession wird Frau Geneviève Québatte, französischsprachige Protokollführerin beim Amtlichen Bulletin und langjährige Mitarbeiterin der Parlamentsdienste, in Pension gehen. Frau Québatte nahm ihre Tätigkeit bei den Parlamentsdiensten 1991 auf. In jenem Jahr feierte man den 700. Geburtstag der Eidgenossenschaft, der Ständerat wählte seine erste Präsidentin, Frau Josi Meier, und das Parlament verabschiedete das Projekt der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale. Während ihrer langjährigen Tätigkeit wohnte Frau Québatte unzähligen Kommissionssitzungen bei und verfasste zahlreiche Protokolle - stets termingerecht und von ausgezeichneter Qualität. Ausserdem protokollierte sie viele Wortmeldungen aus unseren Ratsdebatten. Wir Ratsmitglieder haben von Frau Québattes unermüdlichem Einsatz profitiert, und im Team der Protokollführerinnen und Protokollführer war sie stets sehr geschätzt.

Im Namen unseres Rates danke ich Frau Québatte für ihre wertvolle Mitarbeit, und ich wünsche ihr alles Gute. Ich hoffe, dass sie den Ruhestand dazu nutzen kann, im Neuenburger Jura die Natur zu Fuss oder auf Langlaufskiern zu erkunden. Liebe Frau Québatte, wir wünschen Ihnen von Herzen alles Gute! (Beifall; die Präsidentin überreicht Frau Québatte ein Geschenk)

Ich komme zur letzten Verabschiedung; es ist jene von Frau Margaret Zülli. Frau Zülli hat in ihrer Tätigkeit für das Parlament eine schon fast historische Laufbahn hinter sich: Sie begann am 1. März 1978 als Verwaltungsbeamtin bei der Bundeskanzlei, bei der die Parlamentsdienste bis 1996 angesiedelt waren. Sie war von Anfang an für das Sekretariat der Bundesversammlung tätig, wie das Zentrale Sekretariat damals noch hiess, und übernahm 1993 dessen Leitung. Es befand sich bereits damals am selben Ort wie heute, in der Mitte zwischen den beiden Ratssälen. Aber bevor es den PC und das Internet gab, war die Arbeit ganz anders. Das Sekretariat [PAGE 800] der Bundesversammlung tippte die handgeschriebenen Vorstösse ab, hielt alle Ratsunterlagen bereit, nahm Tribünenreservationen und andere Anliegen von Ratsmitgliedern entgegen und bastelte mit Schere und Klebestift die Vorlagen für die Druckerei, welche damals die Fahnen der Ratsgeschäfte herstellte. Inner- und ausserhalb der Sessionen war das Sekretariat das Herzstück des Parlamentsbetriebes, und seine Dienste wurden sowohl von den Ratsmitgliedern wie von den Mitarbeitenden ständig in Anspruch genommen. Heute läuft natürlich alles ganz anders: Die Fahnen werden im Sekretariat mit einer Publikationssoftware erstellt, die Vorstösse per Mail entgegengenommen, die Reservationen für die Besuchertribüne erfolgen im Internet.

Frau Zülli hat diesen Transformationsprozess über die ganzen Jahre umsichtig begleitet. Sie hat dafür gesorgt, dass sich ihre vier ebenfalls langjährigen Mitarbeiterinnen die sich wandelnden Arbeitsweisen aneignen konnten und dass die Arbeitsorganisation den geänderten Zeiten angepasst wurde. Obwohl sie es manchmal bedauerte, dass der persönliche Kontakt mit den Ratsmitgliedern mehr und mehr abnahm, hat Frau Zülli alles getan, um sie bei der Erfüllung ihrer Aufgaben zu unterstützen. Ihre Schnelligkeit und ihre Genauigkeit waren bemerkenswert, und weil sie immer mitdachte, hat sie viele Fehler entdeckt und korrigiert, bevor Schaden entstehen konnte. Frau Züllis Sinn für Humor war schon immer ausgeprägt, und die Tage in ihrer langen Laufbahn bei uns, an denen sie nicht gut gelaunt war, lassen sich vermutlich an einer Hand abzählen.

Mit Margaret Zülli verlässt uns eine Mitarbeiterin, die ein grosses Wissen über alle administrativen Abläufe und sehr viel Erfahrung mit sich nimmt und ein Stück weit auch so etwas wie die Seele der Parlamentsdienste war. Sie wird in den nächsten Wochen noch so viel wie möglich von diesem Geist und diesem Wissen ihrer Nachfolgerin übergeben, bevor sie Ende November den wohlverdienten Ruhestand antreten wird. Zuerst wird sie sich auf den Kapverdischen Inseln von den intensiven letzten Monaten erholen und dann den neuen Lebensabschnitt sicher mit mehr Ruhe und Zeit geniessen.

Im Namen unseres Rates danke ich Ihnen, Frau Zülli, herzlich für Ihre grossen Verdienste, und ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute. (Beifall; die Präsidentin überreicht Frau Zülli ein Geschenk)

[VS]