Munz Martina · Nationalrat · 2019-03-05
Munz Martina · Nationalrat · Schaffhausen · Sozialdemokratische Fraktion · 2019-03-05
Wortprotokoll
Mein Postulat fordert einen Aktionsplan zur Reduktion von Plastikeinträgen in die Umwelt. Der Bundesrat empfiehlt das Postulat zur Annahme. [PAGE 50]
In der Schweiz wird jährlich eine Million Tonnen Kunststoffe verbraucht. Das sind umgerechnet 125 Kilo pro Kopf - eine Riesenmenge -, Tendenz steigend. Von Verpackungsmaterial, Einweggeschirr, Fensterrahmen über Schuhsohlen, Kleider bis zu Abdeckplanen, Kunstrasen und Autopneus: Kunststoff ist aus unserem Alltag nicht wegzudenken. Nur, dieses Plastik belastet die Umwelt. In immer grösserem Ausmass sind unsere Luft, das Wasser und der Boden betroffen. Das sogenannte Mikroplastik gelangt in Form von nichtabbaubaren Stoffen aus Kosmetika in die Gewässer oder wird durch jahrzehntelange Zersetzung grösserer Plastikteile erzeugt. Es umgibt uns, und es ist toxisch. Kunstrasen zum Beispiel, wie man nun auch aus den Medien vernommen hat, verursacht eine enorme Umweltbelastung, deren Folgen für Umwelt, Tier und Mensch bis heute kaum erforscht sind. Er könnte giftige, krebserregende Stoffe enthalten und so zusätzlich zu einem Gesundheitsrisiko werden.
Wie Plastik in die Umwelt gelangt, ist noch nicht abschliessend geklärt. Welche Auswirkungen es auf die Gesundheit hat und um welche Mengen es sich handelt, sollte dringend in den Fokus gerückt werden. Die Zahlen des effektiven Plastikeintrags basieren heute ausschliesslich auf Hochrechnungen. Das Wissen über Herkunft, Verbreitung und Folgen von Plastik in der Umwelt ist noch sehr lückenhaft. Unbestritten und erwiesen ist aber, dass unsere Meere, Flüsse, Gletscher, unsere Luft und unser Boden überall auf der Welt eine immer grössere Konzentration schädlicher Kunststoffe aufweisen.
Dem Plastikeintrag in die Umwelt muss der Kampf angesagt werden. Aber wo soll man beginnen? Welches sind die effektivsten Massnahmen, um die Umwelt zu schützen? Das Problem in seiner Gesamtheit anzugehen ist kaum möglich. Mein Postulat will deshalb, dass die Schweiz die richtigen Prioritäten setzt und sich auf Effektivität fokussiert. Genau deshalb braucht es einen Bericht, und genau deshalb unterstützt auch der Bundesrat dieses Postulat. Der Bericht wird die Grundlage sein für einen sinnvollen Aktionsplan.
Ich erwarte - wie so oft bei Postulaten - von den Gegnerinnen und Gegnern das Argument, es brauche nicht noch mehr Berichte. Ich kann Ihnen versichern, dass Sie den Bericht nicht unbedingt lesen müssen. Aber für die Fachleute wird er eine wichtige Voraussetzung sein, um einen wirkungsvollen Aktionsplan ins Leben zu rufen. Heute fehlt dafür eine Datenbasis. Ohne vorbereitenden Bericht gibt es keinen Aktionsplan. Da wir einen Aktionsplan dringend brauchen, brauchen wir dafür eine Grundlage.
Wer jetzt entschlossen gegen die Klimaerwärmung vorgehen will, muss auch dieses Postulat annehmen. Mikroplastik findet man nämlich auch als Feinstaub in der Luft, er steht damit auch direkt mit der Klimaerwärmung im Zusammenhang.
Der Bundesrat anerkennt die Wichtigkeit und Bedeutung eines solchen Berichtes. Er ist bereit, Plastikeinträge in die Umwelt wirksam zu reduzieren. Dabei sollen Kosten und Nutzen sowie bewährte Grundsätze der Eigenverantwortung und der verursachergerechten Finanzierung berücksichtigt werden. So schreibt er es in der Stellungnahme. Das ist eine sinnvolle Sache.
Ich bitte Sie: Lassen Sie den Worten nun auch Taten folgen! Nehmen Sie das Postulat an, auch die vom Klimawandel besonders betroffene Jugend wird es Ihnen danken!