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Eymann Christoph · Nationalrat · 2019-03-21

Eymann Christoph · Nationalrat · Basel-Stadt · FDP-Liberale Fraktion · 2019-03-21

Wortprotokoll

Zuerst lege ich meine Interessenbindung offen: Als ehemaliger Erziehungsdirektor bin ich im Umfeld der Jacobs Foundation im Bereich der frühen Förderung ehrenamtlich tätig.

Es geht bei diesem Vorstoss um die frühe Sprachförderung, um nichts anderes. Viele Leute verstehen unter früher Förderung etwas Elitäres. Darum geht es hier nicht.

Im gemeinsamen Bildungsbericht von Bund und Kantonen ist als Ziel festgesetzt, dass 95 Prozent der 25-Jährigen in unserem Land einen Abschluss auf Sekundarstufe II haben sollen, das heisst entweder eine Berufslehre oder eine gymnasiale Matur mit Zugang zu weiterführenden Bildungsgängen. Das ist der Fall bei einem grossen Teil der Bevölkerung, der schon lange in diesem Land lebt, ist aber nicht erreicht bei einem Teil der Bevölkerung, der später zugewandert ist; hier haben wir einige Prozentpunkte Abweichung. Es geht unter anderem auch darum: Wir stellen fest, dass Sprache ein ganz wesentliches Element der Fähigkeit ist, sich Wissen anzueignen, Bildung zu konsumieren, Bildung zu erhalten. Wenn hier Defizite bestehen, dann können diese während der gesamten Bildungslaufbahn kaum mehr aufgeholt werden.

Jetzt geht es mir um ein Modell, das wir in Basel-Stadt entwickeln konnten, bei dem ein halbes Jahr vor Kindergarteneintritt diejenigen Kinder, die nicht gut Deutsch können, in eine Spielgruppe gehen und dort Deutsch lernen. Die Resultate sind verblüffend: Diese Kinder lernen sehr schnell, und sie lernen natürlich spielerisch, nicht irgendwie mit Schulmethoden. Es geht mir darum zu prüfen, ob das Modell auf das Gebiet der ganzen Schweiz ausgedehnt werden könnte, um eben die Bildungschancen dieser jungen Leute zu erhöhen.

Darauf hat der Bundesrat geantwortet, dass er auf der Basis bestehender Gesetze - es geht also nicht darum, neue Vorschriften zu erlassen - bereit ist, dieses Anliegen zu prüfen und dann wieder zu berichten. Ich sehe jetzt nicht, weshalb man dagegen sein kann, wenn Kinder besser gefördert werden, damit sie bessere Bildungschancen haben, damit sie Teil dieser Gesellschaft werden und selbstständig ihr Leben führen können.

Deshalb gehe ich davon aus, dass Sie mein Anliegen unterstützen, so wie es der Bundesrat auch unterstützt.