Rieder Beat · Ständerat · 2019-06-11
Rieder Beat · Ständerat · Wallis · CVP-Fraktion · 2019-06-11
Wortprotokoll
Hier geht es um den Kern dieser ganzen Jagdgesetzrevision. Ich bitte Sie dringend, hier der Fassung des Nationalrates, welche wir bereits in der ersten Lesung im Ständerat diskutiert haben, Folge zu leisten und diese Differenz zu bereinigen. Vorweg ist noch einmal in Erinnerung zu rufen, dass der Bestand der Population des Wolfes durch unsere Regulierungsarbeit nicht gefährdet werden darf und daher bereits grundsätzlich eine wichtige Schranke gegen die Regulierung des Wolfsbestandes gegeben ist. Damit ist auch dem Missbrauch von vornherein eine Basis entzogen.
Von vornherein möchte ich zudem festhalten, dass hier nicht die Bauern und die Jäger auf Wolfsjagd gehen, sondern die Jagdhut, das heisst vereidigte Wildhüterinnen und Wildhüter in der Schweiz. Auch hier ist dafür Gewähr geboten, dass die Regulierung der Wolfspopulation nur dann erfolgt, wenn ein Konflikt zwischen Mensch und Tier vermieden werden muss. Das war eigentlich das Grundanliegen der Motion Engler.
Innerhalb dieser zwei Schranken darf es keine weiteren Bedingungen wie die des "grossen Schadens" oder von "zumutbaren Schutzmassnahmen" geben. Die gegenwärtige Situation in der Schweiz und z. B. in Frankreich zeigt, dass unter diesen Umständen eine Regulierung völlig unmöglich ist. Falls Sie hier nicht dem Nationalrat folgen, wird die gesamte Regulierung dieses Raubtiers keinerlei Wirkung zeigen. Die Populationsdynamik des Wolfes wird Ihnen dann im Parlament bereits in wenigen Jahren noch mehr Probleme bereiten.
Wieso kann ich dies mit Gewissheit sagen? Weil am 7. Juni 2019 die französische Regierung beschlossen hat, von ihrem Wolfskonzept abzuweichen. Am 7. Juni 2019 hat die französische Regierung beschlossen, 17 bis 19 Prozent des Wolfsbestandes in Frankreich auszulöschen. Wieso? Weil die Wolfspopulation seit 1990 bis ins Jahr 2019 auf über 500 Tiere angestiegen ist und die Zuständigen der Sachlage nicht mehr Herr werden. Und zwar wird nicht nur von der Wildhut geschossen, sondern auch von Bauern und Jägern, und zwar unbegrenzt und ohne zeitliche Einschränkung, weil die Konflikte überwiegen.
Wenn wir diese Situation vermeiden wollen, wenn wir diesem Zustand vorbeugen wollen, dann brauchen wir eben die Variante des Nationalrates.
Daher bitte ich Sie dringend, hier diese Differenz zu bereinigen.