Cassis Ignazio · Bundesrat · 2019-06-12
Cassis Ignazio · Bundesrat · Tessin · 2019-06-12
Wortprotokoll
Der Ständerat und der Nationalrat haben dem Schweizer Beitrag im Grundsatz zugestimmt, dabei aber in einem Zusatzartikel 1bis beschlossen, dass Verpflichtungen auf der Grundlage der Rahmenkredite nicht eingegangen werden, wenn und solange die EU diskriminierende Massnahmen gegen die Schweiz erlässt. Damit wurde das Anliegen aufgenommen, bei der Umsetzung des Beitrages die europapolitische Grosswetterlage zu berücksichtigen. Heute diskutieren wir die verbliebenen zwei Differenzen, die Höhe des Rahmenkredites Migration und die Forderung, dass der Bundesrat bis 2020 einen Kredit zur Assoziierung an Erasmus plus vorlegen soll.
Erlauben Sie mir, trotzdem kurz auf die europapolitischen Entscheide des Bundesrates einzugehen. Am letzten Freitag hat der Bundesrat eine Entscheidung über das weitere Vorgehen beim institutionellen Rahmenabkommen getroffen und der EU ein positives Signal gesandt. Im Hinblick auf eine Unterzeichnung des Abkommens braucht es grundsätzlich noch drei Klärungen in den Bereichen flankierende Massnahmen, staatliche Beihilfen und Unionsbürgerrichtlinie; das haben wir mitgeteilt. Wir erwarten, dass damit eine positive Dynamik mit der EU erzeugt wird und somit auch der europapolitische Kontext stimmt, um in der Frage des schweizerischen Beitrages einen Schritt vorwärtszumachen.
Nun zu den beiden Differenzen: Der Nationalrat will die Zuteilung der Mittel auf die beiden Rahmenkredite des zweiten Schweizer Beitrages abändern, indem er den Betrag für den Rahmenkredit Migration von 190 auf 380 Millionen Franken verdoppelt. Entsprechend kleiner würde der Rahmenkredit Kohäsion ausfallen. Ein wichtiges Ziel des zweiten Schweizer Beitrages ist es, die Beziehungen der Schweiz zur EU und speziell zu den EU-Mitgliedstaaten zu stärken. Eine Aufstockung des Rahmenkredites Migration zulasten der Kohäsionsmittel für die ab 2004 der EU beigetretenen Mitgliedstaaten läuft diesem Ziel entgegen und wirkt sich negativ auf unsere bilateralen Beziehungen zu diesen 13 Staaten aus; das Ziel sind ja diese 13 Staaten.
Bereits die Anträge des Bundesrates stellen den neuen EU-Mitgliedstaaten aufgrund des Rahmenkredites Migration im Vergleich zum Erweiterungsbeitrag in absoluten Zahlen weniger Mittel zur Verfügung. Eine weitere Kürzung des Rahmenkredites Kohäsion ist deshalb aus Sicht des Bundesrates zu vermeiden. Wenn der Rahmenkredit Kohäsion, wie vom Bundesrat vorgeschlagen, 1,047 Milliarden Franken beträgt, werden die EU-13-Länder in Lokalwährung etwa einen ähnlich hohen Betrag wie beim Erweiterungsbeitrag erhalten.
Betreffend die operationelle Auswirkung einer Verdoppelung des Rahmenkredites Migration möchte ich Sie zunächst daran erinnern, dass der Bundesrat zusätzlich zu den darin vorgesehenen 190 Millionen Franken im Asylbereich im [PAGE 379] Rahmenkredit Kohäsion weitere 50 Millionen Franken für Projekte im Bereich Integration und Arbeitsmigration vorgesehen hat. Insgesamt hat der Bundesrat somit 240 Millionen Franken für das Thema Migration im ganzen Paket vorgeschlagen. Für diesen neuen Schwerpunkt ist damit schon heute am meisten Geld reserviert.
Sicherlich stehen viele europäische Staaten im Asylbereich vor Herausforderungen. Das Asylgesetz setzt möglichen Projekten unter dem Rahmenkredit Migration auch einige Limiten; es sind lediglich Projekte im Bereich Asylverfahren, Infrastruktur und Rückkehr möglich, die darauf abzielen, die reguläre Sekundärmigration innerhalb Europas einzudämmen. Somit sind die Möglichkeiten für einen sinnvollen Mitteleinsatz im Asylbereich limitiert. Voraussetzung ist zudem, dass in den Partnerländern effektiv eine Nachfrage nach der Zusammenarbeit mit der Schweiz im Asylbereich besteht. Das hat der Berichterstatter gut dargestellt. Aktuell kommen dafür vorwiegend südliche EU-Mitgliedstaaten infrage. Die Abklärungen des Bundesrates mit den EU-13-Mitgliedstaaten im Herbst 2017 haben nämlich gezeigt, dass in den meisten osteuropäischen Mitgliedstaaten ein geringes bis kein Interesse an einer solchen Zusammenarbeit im Rahmen Migration besteht.
Dies wird in regelmässigen Abständen durch die Berichte unserer Aussenstellen in den Ländern bestätigt. Die für den Rahmenkredit Migration vorgesehenen 190 Millionen Franken sind deshalb eine realistische Zielgrösse für einen wirkungsvollen Mitteleinsatz im Migrationsbereich. Bei einer Verdoppelung des Rahmenkredits Migration ist nicht sicher, dass die zusätzlichen Mittel sinnvoll und wirksam in Projekten eingesetzt werden.
Der Bundesrat schlägt aus diesen Gründen vor, den Betrag für den Rahmenkredit Migration bei 190 Millionen Franken zu belassen.
Le deuxième point est l'association de la Suisse au programme Erasmus plus. Le Conseil fédéral a toujours répété qu'il s'agissait d'une contribution autonome et non liée à d'autres demandes. Il n'y a donc pas de lien direct entre la deuxième contribution suisse et cette association.
Le Conseil fédéral a souligné que la participation de la Suisse à des programmes tels qu'Erasmus plus compte parmi les principaux intérêts de notre pays. Donc déjà en 2017, il a accepté la demande de votre conseil d'entamer dès que possible des négociations avec l'Union européenne en vue d'une possible association à Erasmus plus. On va évidemment aller dans ce sens. Toutefois, à l'heure actuelle, la proposition de la Commission européenne au sujet du nouveau programme Erasmus pour la période 2021-2027 ainsi que le plan financier pluriannuel pour la même période font toujours l'objet de discussions à l'intérieur de l'Union européenne; c'est pourquoi les lignes directrices ne sont pas encore connues. Tant que ces discussions se poursuivent, la Commission européenne ne pourra pas conclure de mandat de négociation pour une éventuelle association des pays tiers tels que le nôtre. Dans la mesure du possible, le Conseil fédéral adoptera le mandat de négociation correspondant seulement dans le courant de cette année, c'est-à-dire une fois que les paramètres de l'Union européenne auront été effectivement fixés. Dans les clarifications qui suivront l'adoption du mandat, les conditions d'association seront décisives pour la Suisse. Dans le cadre d'une appréciation générale des relations entre la Suisse et l'Union européenne, le Conseil fédéral évaluera les coûts et les avantages d'une association de la Suisse aux programmes européens pour la période 2021-2027. Il n'y a pas que le programme Erasmus, il y a aussi Horizon Europe, ITER, Euratom, Digital Europe et d'autres programmes. Ce sera donc un paquet, qu'il faudra traiter en tant que tel.
Je crois que ce que l'on peut dire aujourd'hui, c'est que, bien entendu, le Conseil fédéral a toujours exprimé sa volonté de collaborer avec l'Union européenne sur ce paquet. Il évaluera la question une fois que les lignes directrices et le prix seront connus. Relier ceci avec la contribution à l'élargissement n'est pas correct et nous mettrait dans une situation plus difficile.
C'est pour cette raison que le Conseil fédéral vous invite à rejeter ce lien inapproprié que le Conseil national a voulu inscrire dans la législation.
[VS]