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Wobmann Walter · Nationalrat · 2019-09-12

Wobmann Walter · Nationalrat · Solothurn · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2019-09-12

Wortprotokoll

Ja, Herr Grossen, wahrscheinlich bin ich jetzt in Ihren Augen ein Fan des Verbrennungsmotors. Ich kann Sie beruhigen: Ich bin Fan jeder Art von Antrieb, die sinnvoll ist. Es gibt noch andere als Strom.

Den ökologischen Fussabdruck von Fahrzeugen zu ermitteln, und zwar bei der Herstellung, im Betrieb und bei der Entsorgung, ist praktisch unmöglich. Es ist wohl zu aufwendig, bei jedem Autowerk der Welt zu ermitteln, ob die Fahrzeuge nun mit Ökostrom oder mit dreckigem Strom, mit Kohlestrom, hergestellt wurden. Auf Werksangaben würde ich mich nicht allzu fest verlassen. Hinzu kommt die weltweite Herstellung all der eingekauften Bauteile. Von der Klimaanlage bis zur Scheibenbremse wird sehr vieles an verschiedenen Orten hergestellt. Die Klimabilanzierung wäre immer mit Annahmen oder Einschätzungen verbunden, was sie letztlich eigentlich nutzlos und auch anfällig für politischen Missbrauch machen würde.

Was man hingegen im Auge behalten muss, sind die seltenen Rohstoffe wie Lithium, Kobalt oder auch Nickel, die auch zur Produktion der Akkus elektrischer Fahrzeuge gebraucht werden. Die benötigten Mengen, aber auch die Preise, werden in den nächsten Jahren enorm steigen. Es wird, wie wir gehört haben, immer mehr Elektroautos geben. Mindestens beim Abbau von Kobalt ist erwiesen, dass dieser vor allem im Kongo teilweise mit Kinderarbeit betrieben wird. Hier muss wirklich einmal genauer hingeschaut werden, auch von den grünen Kreisen. Da staune ich schon, dass das hier kein Thema ist.

Ja, die Elektromobilität hat mehrere Probleme. Das erste ist der hohe Preis der Fahrzeuge; darum werden sie auch sehr wenig gekauft. Zweitens gibt es auch im Occasionsmarkt ein Problem. Dort ist natürlich das Problem, dass die Fahrzeuge nach vier, fünf Jahren, wenn sie weiterverkauft würden, eventuell einen neuen Akku brauchten, was wiederum sehr hohe Kosten verursachen würde. Dann stellt sich natürlich auch die Frage der Stromproduktion: Wie wird der Strom hergestellt? Ist es dreckiger Strom aus Kohlekraftwerken, ist es Atomstrom, oder ist es Ökostrom?

Also, anstatt für viel Geld nutzlose Berichte und ökologische Fussabdrücke zu machen, sollte sich das UVEK besser überlegen, wie die Strasseninfrastruktur auf Vordermann gebracht werden könnte. Ein Bericht mehr zur Ökobilanz von Autos hilft hier bei der Elektromobilität und Umwelt ganz bestimmt nichts. Dann gibt es natürlich noch andere Antriebsarten: Es gibt Wasserstoff, es gibt die Brennstoffzelle, es gibt synthetische Treibstoffe usw. Auch das, alles muss angeschaut werden - nicht nur immer der elektrische Antrieb.

Ich bitte Sie also, das Postulat abzulehnen.