Stöckli Hans · Ständerat · 2019-09-12
Stöckli Hans · Ständerat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2019-09-12
Wortprotokoll
Wie ausgeführt wurde, habe ich mich teilweise befriedigt erklärt. Befriedigt bin ich, weil in der Antwort des Bundesrates auf der einen Seite die Bedeutung der Fachpersonen im Gesundheitswesen ebenfalls aufgelistet worden ist. Ich zitiere: "Gesundheitsfachleute spielen bei der Gesundheitsförderung und Prävention eine zentrale Rolle." Ich bin auch einverstanden, dass der Bundesrat sich bemüht, im Bereiche der Früherkennung und Prävention die Initiative zu ergreifen.
Etwas enttäuscht bin ich, Herr Bundesrat, dass Sie eigentlich die konkreten Fragen mit Text ohne konkreten Inhalt umschifft haben. Es geht darum, dass wir in unserem kleinen Land nicht so weit kommen, dass es beispielsweise für die Darmkrebs-Früherkennung 520 verschiedene Programme braucht. Denn Sie schreiben, das sei Aufgabe der Kantone, und wenn man es so anschaut, dass bei zwanzig evidenzbasierten, präventiven Massnahmen alle 26 Kantone ihr eigenes Programm machen, dann ist das unserem Land einfach nicht mehr angepasst. Für mich ist klar, dass das Vorgehen wegen der thematischen Vielfalt und der föderalen Strukturen in der Schweiz koordiniert und fokussiert sein muss und dass es nationale Guidelines braucht. Alles andere ist, gelinde gesagt, Ressourcenverschwendung.
Ich denke auch, dass der Bundesrat eigentlich weiss, welche Bedeutung diese Arbeiten haben. Wir wissen ja, dass in der Schweiz jedes Jahr 1600 Menschen an Darmkrebs sterben. Mit einem systematischen Vorgehen kann dieser Krebs früh erkannt und zu 50 Prozent verhindert werden. Das ist dasselbe wie beim Bluthochdruck und wie natürlich auch beim Tabakkonsum, über den ich jetzt heute aber nicht sprechen will, da wir dann im Verlaufe der Session noch genügend Zeit dafür haben.
Angesichts dieser Fakten und der steigenden Gesundheitskosten - denn um diese Frage geht es auch - ist es Zeit, dass die Prävention ernster genommen wird und wir dort investieren, wo es Sinn macht und wo Wirkung erzielt werden kann. Da, Herr Bundesrat, darf man sich nicht hinter einem Kompetenzgerangel verstecken, sondern es müssen Lösungen gesucht werden. Wenn ich sehe, dass in unserem Land mehr für die Verwaltung des Gesundheitswesens als für die Prävention ausgegeben wird, dann denke ich, sind wir gut beraten, in der Prävention noch zusätzliche Anstrengungen zu unternehmen.