Kälin Irène · Nationalrat · 2019-09-26
Kälin Irène · Nationalrat · Aargau · Grüne Fraktion · 2019-09-26
Wortprotokoll
A la naissance d'un enfant, tout est bouleversé. Pour moi, il en a été de même. Pour être tout à fait honnête, le bouleversement avait déjà commencé environ neuf mois avant l'accouchement. En réalité, les changements surviennent dès le début de la grossesse. Chaque nouvelle grossesse est un bouleversement majeur dans la vie d'une femme et de son entourage, en particulier si tout ne se passe pas comme prévu. Komplikationen und Fehlgeburten gehören leider genauso zu Schwangerschaften wie Morgenübelkeit, pralle Brüste und all die emotionalen Achterbahnfahrten.
Vor diesem Hintergrund ist es absolut unverständlich und auch störend, dass die Befreiung vom Selbstbehalt der Krankenkasse für Leistungen, die während der Schwangerschaft anfallen, erst ab der 13. Schwangerschaftswoche gilt. Heute erweckt das KVG den Anschein, als wären Frauen bis zur 13.[NB]Schwangerschaftswoche krank und erst danach schwanger. Das erscheint weder logisch noch gerecht. Es gibt keinen ersichtlichen Grund, wieso die Kostenbefreiung nicht ab jenem Tag gelten soll, der von der Gynäkologin oder dem Gynäkologen nachträglich als Tag der Befruchtung errechnet wird, also ab dem ersten Tag. Denn schwanger ist man vom ersten Tag an.
Durch die heutige Regelung werden Frauen, die in den ersten zwölf Schwangerschaftswochen wegen Komplikationen Behandlungen benötigen oder eine Fehlgeburt erleiden, gegenüber Frauen, bei denen die Schwangerschaft problemlos verläuft, benachteiligt. Da jede fünfte Schwangerschaft in einem Frühabort endet, ist die aktuelle Regelung insbesondere gegenüber Frauen, die von einer frühen Fehlgeburt betroffen sind, wie eine Ohrfeige, denn sie brauchen vor der 13. Schwangerschaftswoche ärztliche Unterstützung und Betreuung, je nachdem wie die Fehlgeburt verläuft. Wenn eine Schwangerschaft problemlos verläuft, dann sind innerhalb der ersten zwölf Wochen meist keine Untersuchungen notwendig.
Der Bundesrat ist bereit, dieses Anliegen entgegenzunehmen und die bestehende Diskriminierung zu beheben. Er hat bereits eine sehr ähnlich lautende Motion unseres Kollegen Jean-Luc Addor entgegengenommen (19.3307). Zu meiner grossen Verwunderung wurde jene vom Bekämpfer meiner Motion nicht bekämpft. Ob es daran liegt, dass die andere Motion, welche wie ich die Kostenbefreiung für Frauen mit Fehlgeburten öffnen möchte, von einem Mann aus der SVP kommt oder dass sie in französischer Sprache eingereicht wurde, weiss ich nicht. Es ist auch unwichtig. Wichtig ist nur, dass wir die heutige Diskriminierung abschaffen, schwanger endlich als "schwanger" deklarieren und das unendliche Leid, das mit einer Fehlgeburt einhergeht, gegenüber einer problemlos verlaufenden Schwangerschaft nicht noch zusätzlich finanziell schlechterstellen.
Das Gute ist, dass das Anliegen der von Fehlgeburten betroffenen Frauen mit der Motion unseres Kollegen Jean-Luc Addor so oder so aufs politische Tapet gekommen ist. Es wäre aber ein konsequentes und wichtiges Zeichen, wenn auch diese Motion angenommen würde. Es wäre ein wichtiges Zeichen für unsere Frauen, ein wichtiges Zeichen für unsere Familien. Denn wir dürfen ja durchaus konsequenter sein als unser Kollege Frehner, der es offenbar nur für notwendig hielt, meine Motion zu bekämpfen, und jene seines Fraktionskollegen laufen liess.
Sagen Sie Ja zu dieser Motion, bestrafen Sie Frauen und Familien, welche eine Fehlgeburt im ersten Trimester erleiden, nicht zusätzlich finanziell.