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Leu Josef · Nationalrat · 2002-09-25

Leu Josef · Nationalrat · Luzern · Christlichdemokratische Fraktion · 2002-09-25

Wortprotokoll

Hier geht es um das neue Institut der Durchdiener. Die Lösung des Nationalrates wie auch jene des Ständerates ermöglichen eine sinnvolle Behandlung der unterschiedlichen Ausbildungsbedürfnisse bezogen auf den Einsatz der Durchdiener. Der Einsatz der Durchdiener wird sehr unterschiedlich sein. Bei den meisten Kategorien, insbesondere bei der Luftwaffe und den Rettungstruppen, geht es um anspruchsvolle technische Funktionen. Auszubilden ist ein hoher Standard bei funktionsbezogenen Einzelleistungen. Die Ausbildung in der Rekrutenschule ist inhaltlich und formal weitgehend identisch. Anders aber ist es bei der Infanterie: Hier geht es wesentlich um Verbandsleistungen in eine bestimmte Richtung. Der letzte Teil der Rekrutenschule ist der Verbandsausbildung gewidmet. Es macht wenig Sinn, die Durchdiener zuerst künstlich zu verteilen, um dann ab Woche 22 mit ihnen wieder neue Verbände zu bilden.

Die Ausbildung ist konzeptionell unterschiedlich. Diejenige der "normalen" Soldaten erfolgt ausschliesslich als Grundausbildung, jene der Durchdiener geht hingegen in der dritten Phase der Rekrutenschule schrittweise über in die einsatzbezogene Ausbildung. Dieser einsatzbezogene Teil darf nicht verloren gehen; er muss aber in jenem Verband erfolgen, der im Ernstfall in den Einsatz geht. Die Durchdiener brauchen am Ende der Rekrutenschule Einsatzbereitschaft, die übrigen Rekruten Grundbereitschaft.

Die Durchdienerverbände sollen nach bisheriger Meinung des Ständerates wie auch des Nationalrates zwar in beiden Funktionen, d. h. in der Schutz- und der Kampffunktion, ausgebildet werden, aber doch mit klarem Vorrang der Schutzfunktion für die subsidiäre Existenzsicherung.

Es lag mir daran, hier ganz klar zu präzisieren, dass es Sinn macht, hier unterschiedliche Ausbildungszüge anzubieten. Ich bitte Sie, gemäss dem Antrag Ihrer Kommission auf den Beschluss des Ständerates einzuschwenken.