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preparatory:AB 260301

Maurer Ueli · Bundesrat · Zürich · 2020-05-05

Wortprotokoll

Ich würde auch am Antrag des Bundesrates festhalten, hier keinen Kredit zu sprechen, damit Sie einen Grund zur Abstimmung haben; dies nicht, weil ich gegen den Tourismus bin, sondern weil ich meine, wir sollten die Gelegenheit nutzen, um uns grundsätzlicher über Fragen des Tourismus zu unterhalten. Der Betrag käme ja nicht dem Tourismus zugute, sondern irgendwelchen Werbebüros und Plakat- und Werbeagenturen irgendwo in China.

Wenn ich die Diskussion der letzten Monate und Jahre verfolge, entsteht doch zunehmend der Eindruck, wir müssten auch einmal grundsätzlich über den Tourismus sprechen. Wollen Sie einen Massentourismus, der in Luzern die Kapellbrücke versperrt? Oder wollen wir in Richtung qualitativen Tourismus gehen? Wie verändert sich der Tourismus mit den Einschränkungen im Flugverkehr in den nächsten zwei, drei Jahren?

Ich bin überzeugt, wir brauchen Stützmassnahmen für den Tourismus. Nur sollten diese eher den Betrieben direkt zugutekommen, also dort, wo man jetzt keine Einnahmen hat. Das können Hotels sein, Restaurants, die Schifffahrt, Bergbahnen, was weiss ich. Ich würde Ihnen eher empfehlen, diesen Kredit zu streichen, sich aber ernsthaft damit auseinanderzusetzen, wie wir den Tourismus gestalten: Haben wir eine Vision? Wie soll sich der Tourismus qualitativ weiterentwickeln? Wenn wir schon Geld sprechen, sollte dieses eigentlich den Betrieben zugutekommen und nicht den Werbebüros. Das hier kann noch nicht das Ende der Geschichte sein.

Ich bin überzeugt, wir werden Ihnen noch dieses Jahr oder Anfang nächsten Jahres ein Paket zum Tourismus unterbreiten müssen, denn da haben wir tatsächlich Probleme. Da müssen aber die Kantone einbezogen werden, die regionale Entwicklung muss einbezogen werden. Im Wintertourismus sprechen wir auch von einer höheren Schneegrenze. Ich glaube, dies alles wäre es wert, sich grundsätzlichere Gedanken zu machen, die mehr umfassen als etwas mehr Werbung in China, wenn ich das etwas einfach sagen darf. Daher würde ich Sie bitten, auf den Kredit zu verzichten, sich aber ernsthaft mit den Fragen des Tourismus auseinanderzusetzen und eine Vision oder Vorstellung zu entwickeln, wie sich der Tourismus in den nächsten zehn, fünfzehn Jahren entwickelt. Wir sollten uns darauf konzentrieren.

Damit würde ich Sie bitten, jetzt keinen Beitrag zu sprechen, aber sich vertieft mit dem Bereich auseinanderzusetzen, sodass wir Ihnen dann irgendwann ein solches Paket unterbreiten können. Das wird es zweifellos brauchen, weil die Tourismusbranche - Hotellerie, Restaurants und all diese Bereiche - in strukturschwachen Regionen tatsächlich Probleme hat. Diese lösen Sie mit zusätzlicher Werbung in China nicht, etwas salopp gesagt. Bleiben Sie also bei null.