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Marti Min Li · Nationalrat · 2020-06-11

Marti Min Li · Nationalrat · Zürich · Sozialdemokratische Fraktion · 2020-06-11

Wortprotokoll

Bei der Abstimmung zum Minderheitsantrag Flach, vertreten durch Kollegin Markwalder, haben wir einen echten Lackmustest, ob sich hier eine Mehrheit wirklich für eine Ehe für alle einsetzen will - für eine Ehe für alle mit gleichen Rechten für alle.

Die Frage des Zugangs zur Samenspende und die Regelung des Elternverhältnisses ist nicht untergeordnet, sie ist zentral. Wir entscheiden heute, ob wir zwei Klassen von Ehepaaren schaffen wollen, zwei Klassen von Ehefrauen, wobei die heterosexuellen Ehefrauen die vollen Rechte haben und die lesbischen nur eingeschränkte.

Die Minderheit Flach anerkennt auch eine Realität, wie sie heute ist. Bis zu 30[NB]000 Kinder leben heute schon in Regenbogenfamilien, und es wird auch in Zukunft Regenbogenfamilien geben. Die Frage ist einfach: Wollen wir diese Kinder von Anfang an besser rechtlich absichern, auch gerade im Interesse des Kindeswohls? Häufig wird gesagt, es gebe kein Recht auf ein Kind. Das mag sein, aber gibt uns dies das Recht, gewissen Menschen den Wunsch nach einer Familie, nach Kindern abzusprechen? Ich denke nicht. Für viele geht der Wunsch nach einer Eheschliessung mit dem Wunsch nach einer Familiengründung zusammen, vielleicht auch bei einigen hier im Saal. Ich denke, das sollte genau gleich auch für gleichgeschlechtliche Paare gelten, denn Liebe ist Liebe und Familie ist Familie.

Ich bitte Sie im Namen der SP-Fraktion, die Minderheit Flach zu unterstützen.

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