Stöckli Hans · Ständerat · 2020-06-15
Stöckli Hans · Ständerat · Bern · Sozialdemokratische Fraktion · 2020-06-15
Wortprotokoll
Wir haben trotz des Nachrufes auch glückliche Momente: Frau Carobbio Guscetti hat letzten Freitag ihren Geburtstag gefeiert. Wir gratulieren Ihnen recht herzlich, Frau Carobbio Guscetti, und wünschen Ihnen ein erfolgreiches neues Lebensjahr! (Beifall)
Mme Marianne Maret fête aujourd'hui son anniversaire alors que le Conseil des Etats est en session. Je vous présente mes meilleurs voeux à cette occasion, chère Madame. (Applaudissements)
Dann hat, so wurde mir gesagt, heute noch jemand anderes Geburtstag: Unser Weibel Charles Riesen feiert heute seinen Geburtstag. Auch dir, lieber Charlie, alles Gute! (Beifall)
Sicher freuen wir uns alle, dass wir ins Bundeshaus zurückkehren können - vielleicht auch, weil im Bundeshaus zwei wunderbare Dufour-Karten aufgehängt sind, die eine im Eingang Süd und die andere im Verbindungsgang zum Bundeshaus West. Es ist jetzt 175 Jahre her, dass die Öffentlichkeit die erste Ausgabe der Blätter 16 und 17 dieses Werks zu sehen bekam. Es war das Ergebnis einer grossen Anstrengung der damaligen Behörden in unserem Land. Damals war sehr wenig statistisches Material vorhanden, sodass die schweizerische Landesvermessung zuerst aufgebaut werden musste. Diese bekam 1832 mit Guillaume Henri Dufour, der Oberstquartiermeister wurde und in dieser Funktion den Generalstab leitete, einen sehr speditiven und guten Chef. Interessant ist, dass damals die Aufgabe des Generalstabes hauptsächlich darin bestand, nebst der Militärschule in Thun und den eidgenössischen Übungslagern, die alle zwei Jahre stattfanden, auch die Vermessungsarbeiten zu organisieren. Deshalb nennt man dieses Werk heute nach Dufour.
Als diese zwei Karten, sinnigerweise von Lausanne und vom Wallis, auf den Markt kamen, gab es grosse Diskussionen, einerseits wegen der Benennung verschiedener Orte, andererseits wegen der Höhenangaben, die bestritten wurden. Gleichzeitig war es aber eine grosse Erleichterung, dass unser Land in einem hervorragenden Werk dargestellt wurde. Das Parlament hat sich damals mehrmals mit dieser Frage auseinandergesetzt.
Die Tagsatzung hatte Guillaume Henri Dufour ein paar Jahre später nicht nur zum General befördert, sondern ihm auch zu dieser grossen Arbeit gratuliert. Um die Popularität dieses kartografischen Werks zu steigern, beschloss unser Parlament 1865, den Ratsmitgliedern Vorzugskonditionen zu gewähren, falls sie diese Karte erwerben wollten.
Die Karte hat sich bewährt und wurde zu einem ganz wichtigen Bestandteil des neuen Bundesstaates. Ich habe mir deshalb erlaubt, auf dieses grosse Werk hinzuweisen. [PAGE 514]