Schneider Meret · Nationalrat · 2020-09-08
Schneider Meret · Nationalrat · Zürich · 2020-09-08
Wortprotokoll
Neben der Aus- und Weiterbildung sind die Hochschulen und die Forschung das zweite wichtige Standbein, welchem wir Sorge tragen müssen. Damit die Hochschulen und die Forschungseinrichtungen ihre Aufgaben erfüllen können, müssen wir uns auch hier dafür einsetzen, dass sie die notwendigen Ressourcen dafür erhalten. Traditionell kommt den Universitäten und Hochschulen eine besondere Vorbildfunktion zu. Es ist wichtig, dass sie eine in die Entwicklungs- und Betriebsstrategie integrierte Nachhaltigkeitspolitik und einen spezifischen Aktionsplan haben, der alle Organe - vom Rektorat bis zu den Studierendenverbänden - und die für Nachhaltigkeit zuständigen Abteilungen betrifft. Dazu gehören sowohl die organisatorische Führung der Institutionen, ihre Entwicklungs- und Verbesserungskultur als auch eine bessere Berücksichtigung der Nachhaltigkeit in Lehre und Forschung. Diese wertvollen Fähigkeiten und Kenntnisse müssen auch unter den verschiedenen Institutionen vermittelt und geteilt werden, um zur Erreichung der Ziele des Bundesrates für eine nachhaltige Entwicklung bis 2030 beizutragen.
Innerhalb der Schweizerischen Universitätskonferenz wurde bereits ein Programm mit dem Titel "Nachhaltigkeit in der Hochschulentwicklung 2021-2024. Aktionspläne und Kooperationsprojekte" erarbeitet. Damit es umgesetzt werden kann, ist ein finanzieller Beitrag des Bundes in der Höhe von 12 Millionen Franken für vier Jahre erforderlich. Das Hauptziel dieses Programms besteht darin, die Universitäten zu befähigen, eine Entwicklungspolitik und einen Aktionsplan, wie oben beschrieben, zu verabschieden. Es umfasst quantitative und qualitative Ziele, vergleichende Analysen, Evaluationen der Wirksamkeit und vieles mehr. Das zweite Ziel des Programms betrifft die Zusammenarbeit und innovative Projekte, die ein hohes Mass an Synergie zwischen den Universitäten schaffen. Sie bieten einen Rahmen für den Transfer von Good Practice, Know-how und Mehrwert im Sinne der Nachhaltigkeit. Der beantragte Betrag entspricht dem Betrag, der erfolgreich für die Finanzierung des Programms Chancengleichheit und Entwicklung der Universitäten für den laufenden Zeitraum 2017-2020 bewilligt wurde.
Aus diesen Gründen fordern wir Sie auf, den Einzelantrag für diese Finanzmittel zu unterstützen, der auch von einer Minderheit der Finanzkommission gestellt wurde. Natürlich lehnen wir alle Anträge zur Senkung der Ausgabenobergrenze für die Förderung und Koordination der Universitäten ab. Was die internationale Zusammenarbeit im Bildungsbereich und die Stipendien für ausländische Studierende und Künstlerinnen und Künstler betrifft, ermutigen wir Sie, die Minderheit II (Atici) der Finanzkommission und das Postulat 20.3928 der WBK-N zu unterstützen, das die Erstellung eines Fahrplans für die internationale Zusammenarbeit und Mobilität als Nachfolge von Erasmus fordert.
Wir lehnen alle Minderheitsanträge ab, die beabsichtigen, den Verpflichtungskredit des Bundes in diesem Bereich zu senken. Es ist, und ich kann es nicht anders sagen, schlicht verantwortungslos, diese Bereiche in einer Zeit zu schwächen, in der wir uns mit Herausforderungen konfrontiert sehen, die mehr denn je Lösungen erfordern, die weitgehend von unseren Forschungseinrichtungen und unserer Innovationsfähigkeit abhängen.
Im Hinblick auf die Finanzierung von Forschungseinrichtungen von nationaler Bedeutung unterstützen wir die Mehrheit der WBK, die eine Aufstockung um 12 Millionen Franken zur gezielten Förderung der 3R-Forschung beantragt. Die 3R-Prinzipien - Replace, Reduce, Refine - unterstützen die Suche nach Alternativen zu Tierversuchen, die Reduktion von Tierversuchen auf ein absolutes Minimum und deren Verbesserung, um die Belastung für die Tiere zu minimieren.
Dieser letzte Antrag hat besondere Priorität, gerade weil Tierversuche auch aus Forschungssicht vermehrt kritisiert werden und es nicht mehr zeitgemäss ist, derartiges Leid aufseiten der Tiere für einen verhältnismässig geringen Erkenntnisgewinn in Kauf zu nehmen. Es gibt vielversprechende Alternativen, und es wird international bereits von einem Paradigmenwechsel weg von Tierversuchen gesprochen. Ich empfehle Ihnen hierzu auch den heutigen "NZZ"-Artikel zu genau diesem Thema. Hier bietet sich auch für die Schweiz eine grosse Chance, sich als Vorreiterin zu positionieren und zu profilieren.
Wir danken ganz herzlich für die Unterstützung dieses wichtigen Antrages.