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Dettling Marcel · Nationalrat · 2020-12-02

Dettling Marcel · Nationalrat · Schwyz · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2020-12-02

Wortprotokoll

Wenn ich hier richtig zugehört habe, sind sehr viele Leute unzufrieden mit diesem Artikel. Wir von der SVP-Fraktion sind es ebenfalls. Deshalb lade ich die Grünen und Grünliberalen ein, uns zu helfen, diesen Artikel wieder zu streichen.

Zur Entwicklung: Wie kam es überhaupt so weit? Es war durch ein "Buebetrickli" aus dem Ständerat, einen sogenannten Betriebsunfall, dass dieser Fremdkörper in die Vorlage gekommen ist. Die Vorlage will eine Reduktion der Pestizide. Wir wollen das Risiko bei den Pestiziden abbauen, und hier sprechen wir ausschliesslich von den Nährstoffen! Hier betreiben wir reinen Etikettenschwindel und verkaufen nicht das, was aussen auf dem Produkt draufsteht. Keine Migros, kein Coop könnte sich das erlauben, niemand kann sich das erlauben in diesem Land, ausser gewisse Kreise, unter anderem leider auch die Chambre de Réflexion, der Ständerat, die sich diesen Betriebsunfall erlaubt hat.

Wir von der SVP setzen uns ein für eine produzierende Landwirtschaft. Dieser Artikel will genau das Gegenteil. Wenn man ihn jetzt noch ausschmückt mit den Vorschlägen, wie wir sie vorhin gehört haben, führt das zu einer Tierbestandsreduktion von 40[NB]000 Grossvieheinheiten in der Schweiz. Sie können sich das vorstellen: Das sind etwa 100[NB]000 Stück Jungvieh, die nachher fehlen auf den Schweizer Alpen. Jetzt sind die Vorschläge auf dem Tisch des Bundesrates, wie man den Wintertourismus zerstören könnte. Wenn Sie noch dem hier zustimmen, haben wir den Sommertourismus auch zerstört. Dann sind nämlich die Alpen verbuscht und verwaldet, und dann findet dort überhaupt kein Tourismus mehr statt. Machen Sie so weiter, dann haben wir den Sommertourismus auch zerstört.

Wir haben die Hasstiraden gegen uns Bauern gehört. Man hat gesagt, der Tierbestand sei viel zu hoch, der Nährstoffeinsatz sei viel zu hoch in der Schweiz. Schauen Sie sich die Zahlen an: 1990 betrug der Rindviehbestand in der Schweiz 1,8 Millionen; 2019 waren es 1,5 Millionen. Das ist ein Minus von 300[NB]000 Stück. Der Schweinebestand betrug 1990 1,7 Millionen, und 2019 waren es 1,3 Millionen. Und wissen Sie, was das Spannende ist am Ganzen? Die Zahl der [PAGE 2205] Einwohner in der Schweiz betrug 1990 6,7 Millionen, und 2019 waren es 8,5 Millionen. Diese Leute wollen etwas essen; diese Leute haben abgestimmt und gesagt: Wir wollen Ernährungssicherheit in diesem Land; wir wollen versorgt werden mit Nahrungsmitteln; wir wollen nicht die Probleme ins Ausland verlagern, wie das vielleicht Linke und Links-Grüne möchten; wir wollen die Probleme in unserem Land lösen. Hierzu bieten wir Hand. Ich habe es gesagt, wir unterstützen den ursprünglichen Beschluss des Ständerates. Der Landwirtschaft wurden zudem mit dem neuen Gewässerschutzgesetz 20[NB]000 Hektaren bester Boden entzogen. Übertriebene Renaturierungen, übertriebene Gewässerraumbildungen, das geschieht seit 2012, verursacht durch dieses Parlament. Wir wollen eine produzierende Landwirtschaft, ich habe es gesagt, wir wollen nicht den Menschen im Ausland das Essen wegessen. Da machen wir von der SVP nicht mit.

Noch etwas zu den Zielen, zu denen vorhin auch Markus Ritter etwas gesagt hat. Ich habe das noch schnell nachgeschaut: Das Ziel für Biodiversitäts-Förderflächen in der Schweiz waren 60[NB]000 Hektaren. Erreicht hat die Landwirtschaft 77[NB]000 Hektaren; das Ziel wurde bei Weitem übertroffen. Das Ziel war, 36 Prozent zu vernetzen; die Landwirtschaft hat 75 Prozent vernetzt. Die Landwirtschaft hat also mehr als das Doppelte von dem vernetzt, was gefordert worden war. Und immer hören wir, die Landwirtschaft mache alles falsch, sie mache uns die Böden kaputt usw. Das lasse ich nicht einfach so stehen. Die Schweizer Bauern wollen für Sie hervorragende Qualität bei den Lebensmitteln herstellen. Sie wollen auch dafür sorgen, dass man, wie man auch an mir sieht, genug zu essen auf dem Tisch hat und dass wir nicht dem Ausland das Essen einfach vom Tisch wegessen.

Entfernen wir diesen Blinddarm aus der Vorlage; der gehört hier nicht hin. Artikel 6a gehört gestrichen. Im Ständerat ist der Streichungsantrag von Ständerat Rieder mit nur einer Stimme Differenz unterlegen. Es ist also nicht nur ein Anliegen der SVP. Im Ständerat war das sehr umstritten. Das gehört hier nicht hin; Sie überladen das Fuder.

Besten Dank, dass Sie meine Minderheit unterstützen.

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