Lexipedia

Wettstein Felix · Nationalrat · 2020-12-03

Wettstein Felix · Nationalrat · Solothurn · Grüne Fraktion · 2020-12-03

Wortprotokoll

Bei meinen beiden Minderheitsanträgen zu diesem Block geht es im einen Fall um Tourismus, im anderen Fall um Landwirtschaft, präziser um Pflanzenzucht. Beide Male geht es um Förderbeiträge an Dritte.

Bei der Position "Förderung von Innovationen und Zusammenarbeit im Tourismus" beantragen wir mit unserer Minderheit, dass auch im Jahr 2021 das Niveau erreicht wird, das wir für 2020 budgetiert hatten, nämlich 8,6 Millionen Franken. Dies begründet die beantragte Anhebung des Kredits um 1,741 Millionen Franken für das kommende Jahr.

Der Tourismus gehört bekanntlich zu den Branchen, die besonders unter der Corona-Krise zu leiden haben. Die Massnahmen, die die Schweiz zur Eindämmung des Virus beschlossen hat, und die Tatsache, dass die internationalen Gäste weitgehend ausbleiben, sind eine grosse Herausforderung. Deshalb muss die Förderung von Innovationen im Tourismus in den nächsten Jahren nicht nur verstärkt werden, sie muss sich auch neu ausrichten, also innovativ sein im besten Sinne des Wortes. Wir erwarten, dass der Bund vor allem Beiträge an Neuerungen zugunsten des nachhaltigen inländischen Tourismus spricht. Das Zielpublikum für schonendes Reisen sind die Menschen im eigenen Land. Wir brauchen nicht mehr Attraktionen an den Hotspots, die aktuell oft überlaufen sind, sondern Aufmerksamkeit für die vielen kaum bekannten Juwelen in eher strukturschwachen Regionen.

Der Minderheitsantrag zum Bundesamt für Landwirtschaft betrifft das Aufgabenfeld "Pflanzen- und Tierzucht", und zwar spezifisch die Fördergelder für Pflanzenzucht. Von den knapp 41 Millionen Franken, die der Bundesrat hier beantragt, geht der überwiegende Anteil nach wie vor in die Tierzucht. Das finden wir aus Gründen der Ökologie und des Klimaschutzes bedenklich. Wir sind überzeugt, dass die Förderung der Pflanzenzucht im Vergleich etwas längere Spiesse erhalten sollte, und beantragen mit dieser Zweckbindung eine zusätzliche Million Franken.

Die Forschung im Bereich Pflanzen wird aus vielen Gründen immer wichtiger. Mit zunehmenden Hitze- und Trockenperioden bedrohen neue Krankheiten und Schädlinge die Nutzpflanzen, darum braucht es resistentere Sorten. Die Nachfrage nach biologischem Anbau ist am Steigen. Auch der Bedarf an neuartigen Pflanzen, die sich als Futtermittel eignen und uns weniger abhängig vom Import machen, wird zunehmen - ich erinnere an die gestrige Debatte. Bestimmt haben Sie davon gehört, dass Algen im Viehfutter die Kühe weniger rülpsen lässt, wodurch sie weniger Methan ausstossen und so das Klima schonen. Es passt zur Schweiz, wenn ihre Forschungsinstitute an den beiden ETH, das Forschungsinstitut für biologischen Landbau, Agroscope oder die Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften in Zollikofen in der Pflanzenzucht neue Wege beschreiten können. Mit einem zusätzlichen Bundesengagement schaffen wir die Voraussetzungen dafür.

Ich bitte Sie, auch dieser Minderheit zuzustimmen.