Bulliard-Marbach Christine · Nationalrat · 2020-12-09
Bulliard-Marbach Christine · Nationalrat · Freiburg · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2020-12-09
Wortprotokoll
"Eine Ohrfeige hat noch keinem Kind geschadet." Wie oft haben Sie diese Aussage in Ihrem Leben schon gehört? Noch heute ist die Ansicht weit verbreitet, dass körperliche Bestrafung von Kindern in der Erziehung bis zu einem gewissen Grad erlaubt, wenn nicht sogar förderlich sei. Dabei wissen wir eigentlich: Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass körperliche Strafen in der Erziehung ein Leben lang negativ fortwirken. Körperstrafen erschüttern das Vertrauen zwischen Kind und Eltern, sie schwächen das Selbstvertrauen, fördern aggressives Verhalten und stören die soziale, intellektuelle und emotionale Entwicklung. Die erfahrene Gewalt prägt also nicht nur im Kindesalter, sondern auch später in der Jugend und als Erwachsene.
Deshalb haben wir dem Schutz der schwächsten Mitglieder in unserer Gesellschaft einen eigenen Artikel in der Bundesverfassung gewidmet. Es steht geschrieben: "Kinder und Jugendliche haben Anspruch auf besonderen Schutz ihrer Unversehrtheit." Aber wie steht es denn konkret mit diesem besonderen Schutz? Gemäss einer aktuellen Studie der Universität Freiburg wird heute jedes zwanzigste Kind regelmässig körperlich bestraft, jedes vierte Kind erfährt regelmässig psychische Gewalt.
Pour cette raison, il est temps pour nous de concrétiser le principe inscrit à l'article 11 de la Constitution fédérale. Le droit à l'intégrité physique doit être inscrit dans le code civil. Nous avons donc besoin d'inscrire dans le code civil des lignes de conduite préventive pour interdire la violence dans l'éducation. Si, dans le code civil, nous interdisons clairement les châtiments corporels dans l'éducation, un signal fort sera donné aux personnes qui, aujourd'hui, ne remettent pas en question les méthodes éducatives violentes.
Une réglementation juridique adéquate pourrait être le facteur décisif pour parvenir à un changement de mentalité en Suisse à moyen et à long terme. Un regard sur les pays voisins montre que la Suisse est en retard. Presque tous les pays européens ont inscrit le droit à une éducation sans violence dans leur législation. Et cela marche. Les études internationales nous le montrent: là où la loi est explicite, on constate un rejet de la violence physique dans l'éducation suisse et que le recours à la violence baisse. Et puis cela fait deux décennies que la Suisse a signé la Convention de l'ONU relative aux droits de l'enfant. Il est plus que temps que nous nous mettions en conformité avec nos engagements en matière de protection de l'enfance.
Wir haben es in der Hand, die gewaltfreie Erziehung zur Norm zu erklären. Mit dem vorliegenden Postulat beauftragen Sie den Bundesrat, zu analysieren, welche Möglichkeiten bestehen, um die gewaltfreie Erziehung im ZGB zu verankern. Der Bundesrat selbst sieht Bedarf und beantragt die Annahme des Postulates. Diese Analyse ist der nächste Schritt in eine Zukunft, in der eine Ohrfeige an einem Kind nicht mehr als Lappalie durchgeht - eine Zukunft, in der Kinder gewaltfrei aufwachsen können.
Ich danke für Ihre Unterstützung.