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Weichelt-Picard Manuela · Nationalrat · 2021-03-17

Weichelt-Picard Manuela · Nationalrat · Zug · Grüne Fraktion · 2021-03-17

Wortprotokoll

Bereits heute hält die Verfassung fest, dass sich Bund und Kantone in Ergänzung zu persönlicher Verantwortung und privater Initiative dafür einsetzen, dass Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung zu selbstständigen und sozial verantwortlichen Personen gefördert und in ihrer sozialen, kulturellen und politischen Integration unterstützt werden. Die Initiative verlangt lediglich den Zusatz, dass sie auch in ihrer Gesundheit gefördert werden. Kann da jemand dagegen sein? Nein, niemand kann dagegen sein; denken wir an unsere Kinder, an unsere Grosskinder, an unsere Neffen und Nichten!

Auch steht bereits heute in unserer Verfassung, dass die Bekämpfung übertragbarer, stark verbreiteter oder bösartiger Krankheiten von Menschen und Tieren Aufgabe des Bundes ist. Kann jemand gegen den Zusatz sein: Der Bund "verbietet namentlich jede Art von Werbung für Tabakprodukte, die Kinder und Jugendliche erreicht"? Nein, auch da kann doch wirklich niemand dagegen sein.

Die grosse Mehrheit der Rauchenden hat in der Jugend mit dem Tabakkonsum begonnen. Die Werbung spielt dabei eine zentrale Rolle, das wissen wir. Wer dagegen bis zu seinem 21. Lebensjahr nicht raucht, lässt es mit grosser Wahrscheinlichkeit das ganze Leben lang bleiben. Entscheidend ist deshalb, dass möglichst wenig junge Menschen überhaupt mit dem Rauchen beginnen.

Wir kennen auch die schädlichen Auswirkungen von Tabak auf die eigene Gesundheit sowie auf die Gesundheit anderer durch das Passivrauchen. Raucherinnen und Raucher haben ein erwiesenermassen höheres Risiko, Erkrankungen in den Bereichen Herz-Kreislauf und Atemwege oder auch Krebs zu entwickeln. Neun von zehn Lungenkrebsfällen sind auf Tabak zurückzuführen. Die krebsauslösenden Stoffe führen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit zu weiteren Krebsarten wie beispielsweise Mundhöhlen-, Kehlkopf-, Speiseröhren-, Bauchspeicheldrüsen- oder Blasenkrebs.

Neben persönlichen und familiären Tragödien verhindern wir mit der Initiative auch einen volkswirtschaftlichen Schaden. Sie fordert einfach umsetzbare und wirkungsvolle Massnahmen:

1.[NB]ein lückenloses Verbot von Werbemassnahmen für Tabakprodukte, die Kinder und Jugendliche erreichen;

2.[NB]ein Verbot von Bewerbung und Sponsoring von öffentlichen sowie privaten Veranstaltungen, die sich speziell an junge Leute richten;

3.[NB]keine Verkaufsförderung durch Gratisabgaben von Tabakwaren, etwa durch Hostessen in Clubs, oder durch Rabattaktionen.

Die Haus- und Kinderärzte Schweiz, der Schweizerische Apothekerverband, kantonale Lungenligen, der Schweizerische Drogistenverband, die FMH, Swiss Olympic, der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz und viele mehr stehen hinter der Initiative. Es geht um den Schutz unserer jungen Generation.

Deshalb empfiehlt Ihnen die grüne Fraktion Zustimmung zur Initiative "Kinder und Jugendliche ohne Tabakwerbung".