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Glättli Balthasar · Nationalrat · 2021-03-18

Glättli Balthasar · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2021-03-18

Wortprotokoll

"You can't have it both ways." Das ist eigentlich die Grundaussage dieses Gesetzes. Man kann nicht einerseits sagen: "Wir sind etwas Besonderes, wir sind Service public, wir brauchen Unterstützung vom Staat, wir sind sinnvollerweise in einem Bereich tätig, wo es nicht Konkurrenz braucht, sondern gute, günstige Service-public-Leistungen", und andererseits sagen: "Wir wollen mit den Manager-Gehältern der CEO von Banken und Versicherungen konkurrieren."

Wir Grünen unterstützen überall die Mehrheit gegen die Minderheiten Fluri. Bei den anderen Fragen unterstützen wir die Minderheit, damit, wie das meine Vorrednerin, Samira Marti, richtig ausgeführt hat, diese Vorlage im Bereich der Abgangsentschädigungen und auch im Bereich der Vertretung der Geschlechter bei den Kadern eben richtig fertig gemacht wird.

Ich muss Ihnen sagen, ich glaube, Lohnexzesse in den Chefetagen sind etwas, mit dem die Privatwirtschaft sich in den letzten Jahrzehnten selbst ins Bein geschossen hat. Es war international plötzlich Mode, dass man sich quasi vergleicht - Konzernchefs, Chefs von grossen Unternehmen, seltener sind es Chefinnen - und quasi in diesem Wettbewerb nach oben mitmacht. Ich muss Ihnen sagen, ich habe die Zahlen nicht herausgesucht, aber in den letzten Jahren haben die CEO überall aufs Massivste zugelegt. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass sie gleichzeitig so viel besser geworden sind.

Wir sind nicht gezwungen, beim Service public, bei den Bundes- und bundesnahen Unternehmen, diese sinnlose Spirale nach oben mitzumachen. Im Bereich von einer Million Franken findet man durchaus fähige Führungskräfte, Frauen oder Männer. Im Bereich bis zu einer Million kann man auch nicht sagen, dass jemand völlig unterbezahlt arbeiten müsse. Bis zu einer Million ist eigentlich schon ein Bereich, mit dem für normale Menschen, für all diejenigen, die beispielsweise als Chefin oder Chef eines KMU ebenso weit über 42 Stunden arbeiten, die Grenze dessen, was man noch halbwegs vernünftig findet, weit überschritten ist.

Stimmen Sie deshalb zu! Sonst müssen wir uns dann nicht mehr gross empört äussern, wenn das nächste Mal der Fall eintritt, dass ein Manager in einem Bundes- oder bundesnahen Betrieb versagt hat und die Zeitung mit den grossen Buchstaben plötzlich fragt, ob man finde, dass er oder sie dieses Salär verdient habe. Dann müssten wir, wenn wir jetzt nicht zustimmen, ehrlicherweise einfach den Mund halten.