Wettstein Felix · Nationalrat · 2021-06-08
Wettstein Felix · Nationalrat · Solothurn · Grüne Fraktion · 2021-06-08
Wortprotokoll
Meine beiden Fraktionskolleginnen haben es bereits in der Eintretensdebatte betont: Es reicht nicht, wenn sich die Armee ein wenig grün einkleidet. Die Armee hat einen sehr hohen CO2-Ausstoss. Wir müssen alles daransetzen, dass er sinkt, und zwar eher in einem höheren Tempo, als es die Gesamtziele der CO2-Reduktion für die Schweiz vorsehen.
Wir entscheiden heute über mehrere Verpflichtungskredite zu Erweiterungsbauten auf Waffenplätzen beziehungsweise zu umfassenden Gebäudesanierungen. Wer heute baut, muss dies mit grossem Ehrgeiz tun. Klimaschutz ist keine Kür, Klimaschutz ist heute Pflicht. Diese Gebäude sind für Jahrzehnte gebaut.
Die technischen Möglichkeiten, die es erlauben, dass Neubauten sowohl den Minergie-P- als auch den Minergie-Eco-Standard erfüllen, sind entwickelt. Minergie-Eco bezieht sich auf die Materialwahl bei der Konstruktion. Wo immer möglich, soll rezykliertes Material zum Einsatz kommen. Wichtig ist z.[NB]B. auch der Verzicht auf Gase zur Dämmung, welche niemals in die Umwelt gelangen dürfen. Minergie-P bezieht sich auf den kommenden Betrieb. Minergie-P soll auch das Ziel eines umfassenden Umbaus sein, wie er im Ausbildungszentrum des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz in Schwarzenburg ansteht. Als Gegenargument wurde ins Feld geführt, dass es sich bei den Neubauten zum Teil um Werkstätten oder Garagen handle, bei denen die Tore oft offen stünden und darum die ehrgeizigeren Energiewerte nicht einzuhalten seien. Mit Verlaub, ist das ein Freipass, um die Atmosphäre aufzuheizen? Es ist doch kein Problem, sich von bequemen Gewohnheiten zu verabschieden und in der kühleren Jahreszeit die Tore zu schliessen.
Es ist klar, dass die Investitionen in eine bessere Energieeffizienz Geld kosten. Darum beantragen wir für die beiden Erweiterungsbauten in Frauenfeld und in Drognens sowie für die Sanierung des Ausbildungszentrums des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz eine Aufstockung um je 5 Millionen Franken. Um weitere 15 Millionen Franken soll auch die Sammelkategorie "weitere Immobilienvorhaben 2021" aufgestockt werden. Auch bei den sogenannt kleineren Bau- und Sanierungsvorhaben soll ein ehrgeiziger Energiestandard angestrebt werden. Wir reden ja über einen Verpflichtungskredit, der einen Spielraum gewährt.
Darüber hinaus beantragen wir, dass der Zusatzaufwand von 30 Millionen Franken innerhalb des VBS kompensiert wird. Wir plädieren dafür, dass die finanziellen Überlegungen auf die ganze Lebensdauer bezogen werden. 5 Millionen Franken für Zusatzkosten pro Bau sehen auf den ersten Blick nach viel aus. Aber dieses Geld wird später eingespart, wenn im Betrieb deutlich weniger Energie gebraucht wird oder wenn sogar überschüssige Energie, z. B. Solarenergie, verkauft werden kann.
Ich bin überzeugt, dass sich diese Investition über den gesamten "life cycle" hinweg rechnet. Noch wichtiger ist aber der Beitrag an den Klimaschutz. Die Armee muss mit gutem Beispiel vorangehen.
Bitte unterstützen Sie meinen Minderheitsantrag.