Cassis Ignazio · Bundesrat · 2021-06-10
Cassis Ignazio · Bundesrat · Tessin · 2021-06-10
Wortprotokoll
Die Aufträge für die internationale Zusammenarbeit unterstehen den Regeln über das öffentliche Beschaffungsrecht. Diese sehen für Vergaben über dem Schwellenwert von 230[NB]000 Franken das Wettbewerbsverfahren vor. Eine generelle Bevorzugung von Schweizer Anbietern bei ausreichender Erfahrung und Kompetenz gegenüber vorteilhaften Offerten von Anbietern aus Staaten, die Marktzutritt gewähren, ist nicht mit dem Bundesgesetz vereinbar. Die Umsetzung der Motion würde deshalb eine Gesetzesrevision erfordern.
Am ersten Tag dieser Session haben Sie der Abschreibung der Motion Müri 17.3571, "Beschaffung von Druck-Erzeugnissen nur in der Schweiz", zugestimmt. Auch diese Motion forderte eine Bevorzugung von Schweizer Unternehmen, die mit dem revidierten Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen nicht vereinbar ist. Sie haben sich dort für den im Schweizer Recht verankerten Grundsatz der Gleichbehandlung von in- und ausländischen Anbietern ausgesprochen.
Die vorliegende Motion der APK-S betrifft zudem ausschliesslich Vergaben, die im Wettbewerbsverfahren vergeben werden. Betrachten wir die letzte Strategieperiode 2017-2020, so sprechen wir von einem Volumen von rund 430 Millionen Franken. Davon gingen 300 Millionen, also rund 70 Prozent, an Schweizer Anbieter. Die Motion würde also eine Gesetzesrevision auslösen, um diesen bereits sehr hohen Prozentsatz noch weiter zu erhöhen. Wollen Sie das wirklich?
Der Bundesrat ist der Auffassung, dass die Qualität des Angebots wichtiger ist als die Herkunft des Anbieters. Eine generelle Priorisierung von Schweizer Anbietern mit lediglich "ausreichender Erfahrung und Kompetenz" würde auf Kosten des besten Angebots gehen. Wir wollen aber unsere Mittel für die internationale Zusammenarbeit so effizient wie möglich einsetzen, um damit die grösstmögliche Wirkung zu erzielen. Häufig - Sie haben es gehört, bei 70 Prozent des Betragsvolumens - kommt das beste Angebot aus der Schweiz. Manchmal kommt es aber eben auch aus anderen Geberländern oder aus den Entwicklungsländern selber.
In diesem Zusammenhang möchte ich daran erinnern, dass es ein Ziel der internationalen Zusammenarbeit ist, in Entwicklungsländern lokale Kapazitäten und auf Wettbewerb ausgerichtete Marktbedingungen zu stärken. Eine starre Bevorzugung von Schweizer Anbietern würde diesem Ziel widersprechen und unsere Glaubwürdigkeit unterwandern. Schliesslich könnte die prioritäre Berücksichtigung von Schweizer Anbietern Gegenmassnahmen anderer Staaten provozieren und so den Marktzutritt für Schweizer Anbieter im Ausland erst recht einschränken.
Dem Anliegen der Motion kann ohne Annahme derselben und ohne Gesetzesrevision verstärkt nachgekommen werden. Wir haben seit Anfang Jahr mehr Handlungsspielraum, von welchem Schweizer Anbieter profitieren. Mit dem in diesem Jahr in Kraft getretenen revidierten Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen können wir nämlich Qualitäts-, Innovations- und Nachhaltigkeitsaspekte relativ zum Preis stärker gewichten. Zudem kann Fachwissen, auf das Schweizer Anbieter spezialisiert sind, ausdrücklich als Voraussetzung für die Vergabe formuliert werden. Es wäre also verfrüht, jetzt weitere Änderungen einzuleiten, bevor wir verlässliche Erfahrungen mit den neuen Möglichkeiten gesammelt haben.
Ces dernières semaines, la direction de la DDC et le[NB]SECO ont eu plusieurs échanges avec les ONG suisses ainsi qu'avec la Commission consultative de la coopération internationale. La discussion sur la mise en oeuvre concrète des nouveaux critères continuera avec les ONG. Nous restons ouverts à des propositions.
Permettez-moi de conclure en plaçant la motion dans un contexte plus large. Comme je l'ai dit, la motion concerne des mandats pour environ 430 millions de francs sur quatre ans. Il s'agit de marchés attribués dans le cadre de procédures d'appel d'offres avec une valeur seuil égale ou supérieure à 230[NB]000 francs. Sur ces 430 millions de francs, 300 millions sont allés aux soumissionnaires suisses. Ce fameux 70 pour cent reste donc en Suisse pour ces contrats-là. Mais n'oubliez pas qu'il s'agit d'une part du gâteau seulement; l'autre part, qui est même plus importante, est constituée par les contributions de programme. Au cours de la période durant laquelle ces 430 millions de francs ont été attribués, plus de 500 millions de francs suisses ont été versés à titre de contributions de programme selon la loi sur les subventions. Puisqu'il s'agit d'une subvention - s'élevant à 500 millions de francs -, il n'est là pas nécessaire de faire attention à la concurrence. Ces moyens sont exclusivement disponibles pour les ONG suisses. Aucune ONG non suisse ne reçoit une part de ces 500 millions de francs. Le volume total des contributions de programme réservé aux ONG suisses est donc plus important que l'ensemble du volume de 430 millions de francs qui est réservé aux mandats selon la loi fédérale sur les marchés publics.
Au cours de la même période, les ONG suisses ont bénéficié de l'ensemble des contributions de programme et de 70 pour cent des contributions de projet, si on peut les appeler ainsi. Il se trouve que le président de la Confédération et moi-même avons reçu hier les recommandations de la Commission consultative de la coopération internationale concernant le rôle des ONG.
Cette commission extraparlementaire recommande: "Der Handlungsspielraum, den das schweizerische Beschaffungsgesetz bietet, sollte bei der Auftragsvergabe so weit als möglich genutzt werden, um schweizerische Angebote zu berücksichtigen. Dagegen ist von einer generellen Priorisierung von Schweizer Angeboten abzusehen." Das ist das Fazit der Beratenden Kommission für internationale Zusammenarbeit. Aus Aktualitätsgründen wollte ich dies noch anbringen.
En résumé, en Suisse, nous avons un système équilibré. Il se caractérise d'une part par une concurrence ouverte et d'autre part par des contributions de programme. Dans le cadre de la concurrence ouverte, 430 millions de francs sont réservés aux mandats évoqués et, dans le cadre des contributions de programme, 500 millions de francs sont réservés exclusivement aux ONG suisses.
Pour toutes ces raisons, le Conseil fédéral vous propose de rejeter la motion.