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Locher Benguerel Sandra · Nationalrat · 2021-06-16

Locher Benguerel Sandra · Nationalrat · Graubünden · Sozialdemokratische Fraktion · 2021-06-16

Wortprotokoll

Die WBK-N hat in ihrer Sitzung bezüglich der parlamentarischen Initiative Wehrli 19.463, "Für ein Programm zu Jugend und Ernährung", beschlossen, hinsichtlich der Umsetzung das vorliegende Kommissionspostulat einzureichen. Der Entscheid fiel mit 17 zu 7 Stimmen.

Zum Ziel des Postulates: Unser Rat hat der parlamentarischen Initiative Wehrli in der Frühjahrssession Folge gegeben. Gestern hat der Ständerat leider keine Folge gegeben. Umso wichtiger ist es jetzt, mit dem vorliegenden Postulat darlegen zu lassen, welche nationalen und kantonalen Angebote im Bereich von Jugend und Ernährung bestehen, wie diese finanziert werden und an welche Zielgruppen sie sich richten. Weiter soll der Bericht Angebotslücken eruieren und Massnahmen zur besseren Koordination und Kommunikation aufzeigen, dies zum Zweck einer Strategie für eine nachhaltige Ernährung.

Zu den Grundlagen einer gesunden Ernährung: Artikel 118 der Bundesverfassung, "Schutz der Gesundheit", und Artikel 24 des Lebensmittelgesetzes, "Information der Öffentlichkeit", legen die rechtliche Basis für das Postulat. Es ist erwiesen, dass eine gesunde Ernährung für die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zentral ist. In einer Fehlernährung liegt ein sehr grosses Gesundheitsrisiko.

Es besteht ein Handlungsbedarf bei der Koordination: Es gibt bereits viele Angebote der verschiedenen Akteure im Bereich Jugend und Ernährung. Ich denke hier an den Gesundheits-, Ernährungs-, Bildungs-, Sport- oder auch Konsumentinnen- und Konsumentenbereich. Dabei wird von allen Seiten der Bedarf nach einer verstärkten Koordination innerhalb der bestehenden Strukturen und Netzwerke betont. Dies bestätigten die bei der WBK zur Anhörung eingeladenen Organisationen einstimmig.

Auch der Bundesrat führt in seiner Antwort die bestehenden vielfältigen Angebote auf. Es ist erfreulich, dass der Bundesrat festhält, dass zur weiteren Stärkung der Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure aus Gesundheitsförderung und Prävention eine Online-Plattform zum Thema Prävention vorbereitet wird. Durch das vorliegende Postulat kann diese Bestrebung des Bundesrates ausgeweitet werden.

Welche Vorteile entstehen durch eine verstärkte Koordination? Die Wirksamkeit der Massnahmen wird erhöht, indem dafür gesorgt wird, dass Kinder und Jugendliche möglichst aller Bevölkerungsgruppen erreicht werden. Den bisherigen Massnahmen kann mehr Kohärenz verliehen werden. Dadurch können Synergien genutzt werden. Die Unterstützung der Koordination der Akteure innerhalb der bestehenden Strukturen und Netzwerke führt zu einer höheren Sichtbarkeit der Angebote.

Nachfolgend nenne ich ein paar konkrete Angebote, die miteinander koordiniert und vernetzt werden könnten, wobei die Aufzählung nicht abschliessend ist:

- Education 21: Im Auftrag des Bundes sind dort Projekte am Entstehen, welche die Ernährungsbildung an Schulen und im Unterricht unterstützen.

- Gesundheitsförderung Schweiz: Sie setzt in Absprache mit dem Bund seit mehreren Jahren in 22 Kantonen Aktionsprogramme im Bereich Ernährung und Bewegung für Kinder und Jugendliche um.

- Aktionsplan Ernährungsstrategie Schweiz: Hier wird die schweizerische Ernährungsstrategie koordiniert. Themen wie Nachhaltigkeit und Chancengleichheit werden ebenfalls aufgenommen.

Eine Kommissionsminderheit - Sie werden es gleich hören - beantragt Ihnen die Ablehnung des Postulates, und zwar aus [PAGE 1404] dem Hauptgrund, dass es genug Angebote gebe und dass kein Bedarf für zusätzliche Angebote bestehe.

Zum Schluss bitte ich Sie im Namen der Kommissionsmehrheit, das Postulat anzunehmen, damit die Koordination und die Kommunikation der Massnahmen für eine gesunde Ernährung unserer Kinder und Jugendlichen vorangetrieben werden können.