Mäder Jörg · Nationalrat · 2021-09-22
Mäder Jörg · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion · 2021-09-22
Wortprotokoll
Mit einem Strohmann-Argument werden die Inhalte der anderen Seite falsch dargestellt, weil sie sich dann einfacher widerlegen lassen. Genau das ist hier vorhin passiert.
Menthol macht nicht süchtig. Würde es süchtig machen, wäre diese Differenz, die wir hier haben, auch nicht entscheidend, weil das bereits im unbestrittenen Teil dieses Artikels geregelt ist. Es geht hier darum, ob Menthol das Suchtpotenzial in Zusammenwirkung mit anderen Stoffen erhöht. Aber leider ist die andere Seite immer nur darauf fixiert, dass Menthol alleine ja nicht süchtig macht. Wie gesagt, Sie reden an den Fakten vorbei. Man kann es sich wie einen Brandbeschleuniger vorstellen: Ein Brandbeschleuniger verursacht keinen Brand, aber wenn irgendwo ein Funke da ist, dann beschleunigt er die ganze Sache. Man sollte das nach dieser langen Diskussion unterscheiden können.
Der Hauptgrund, warum solche Substanzen auch verboten sein sollten, ist, dass sie die Inhalation erleichtern und den körperlichen Abwehrreflex, den Husten, unterdrücken. Stellen Sie sich vor, eine Arznei für die Behandlung von Magenkrebs hätte starken Brechreiz zur Folge. Dann wäre es sinnvoll, gleichzeitig ein Mittel zu verabreichen, das den Brechreiz unterdrückt. In einem solchen Fall wäre das das kleinere Übel und im Sinne der Therapie verhältnismässig. Hier geht es aber darum, den natürlichen Hustenreflex für ein Konsumprodukt ausser Kraft zu setzen. Das finde ich doch übertrieben.
Diese beiden Grundsätze, dass man Körperreflexe für ein Konsumprodukt nicht unterdrücken sollte und dass Konsumprodukte das Abhängigkeitspotenzial nicht erhöhen sollten, sind so gewichtig, dass sie ins Gesetz gehören.
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