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Bertschy Kathrin · Nationalrat · 2021-09-22

Bertschy Kathrin · Nationalrat · Bern · Grünliberale Fraktion · 2021-09-22

Wortprotokoll

Geschätzte Kollegin Binder, es geht überhaupt nicht um eine Entwertung der Familienarbeit. Es geht darum, dass wir mit der ursprünglichen Vorlage des Bundesrates die extrem hohen Kosten der Kinderdrittbetreuung auch in Abzug bringen wollen. Wenn Sie jetzt Familienpolitik machen wollen, wenn Sie Familien entlasten wollen, dann gibt es sehr viele gute Massnahmen und Instrumente, die Sie ergreifen können. Aber es sind nicht Steuergutschriften oder Steuerabzüge. Mit diesen werten Sie die Familienarbeit nicht auf, und Sie betreiben damit auch keine Familienpolitik. Wenn Sie Familienpolitik betreiben wollen, können Sie nicht beim Steuersystem ansetzen. Das bringt zu wenig und ist erst noch degressiv. Sie müssen die Zulagen erhöhen oder Prämienverbilligungen sprechen. Sie könnten die Rahmenbedingungen verbessern, welche die Vereinbarkeit von Familie und Beruf heute für viele Familien dermassen erschöpfend und auch finanziell nicht lohnenswert ausgestalten. Wenn Sie bei den Rahmenbedingungen ansetzen, dann bringt das etwas für die Familienpolitik und auch für die Familienarbeit. Es gibt zahlreiche weitere Massnahmen. (Zwischenruf des Präsidenten: Frau Bertschy, eine kurze Antwort!) Wir können uns gerne darüber unterhalten. Aber Steuergutschriften sind im Moment ganz bestimmt nicht das Richtige.