Weyeneth Hermann · Nationalrat · 2002-12-12
Weyeneth Hermann · Nationalrat · Bern · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2002-12-12
Wortprotokoll
Gestatten Sie, dass ich meine Verbindungen offen lege: Ich bin Vater von vier Kindern. Drei davon sind erwachsen und bezahlen ihre Versicherung selber. Ich bin grundsätzlich nicht dagegen, dass man den Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit gibt auszuwählen, welche Risiken sie grundsätzlich versichern wollen. Ich bin auch der Auffassung, es sollte nicht verboten sein, nach einer einzelnen Arztkonsultation die Rechnung von 60 oder 80 Franken ohne Belastung des Verwaltungsapparates einer Krankenkasse zu bezahlen, denn der Verwaltungsapparat verursacht Kosten in etwa der gleichen Höhe. Aus diesen Überlegungen heraus habe ich grundsätzlich nichts dagegen, dass man bis auf 4000 Franken geht.
Aber nachdem wir jetzt bei Kindern und Erwachsenen eine unterschiedliche Prämiengestaltung haben, nachdem wir die Subventionierung der Krankenkassenprämien in erheblichem Ausmass eingeführt haben und wir heute Vormittag auch noch den Antrag der Minderheit II (Meyer Thérèse) zu Artikel 61 Absatz 3bis angenommen haben, wonach das zweite Kind zu 50 Prozent und alle weiteren Kinder gratis zu versichern seien, halte ich die Festlegung eines Franchisevertrages für Kinder für absolut absurd. Kranke Kleinkinder gehören zum Arzt. Sie sollen nicht wegen der Franchise zuhause bleiben und nicht zum Arzt gehen.
Ich bitte Sie also, den Antrag der Minderheit Stahl abzulehnen und dafür meinem Antrag zuzustimmen.