Zanetti Roberto · Ständerat · 2021-12-13
Zanetti Roberto · Ständerat · Solothurn · Sozialdemokratische Fraktion · 2021-12-13
Wortprotokoll
Entschuldigen Sie, dass ich noch einmal das Wort verlangt habe. Ich billige Ihnen zu, dass Sie als Spezialisten vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sehen, und ich unterstelle Ihnen nicht, dass Sie sich bewusst ein bisschen schwer von Begriff stellen. Wir haben diese Frage in der Kommission ausgiebig diskutiert. Ich zitiere noch einmal die Finma, die Leute der Finma verstehen ja etwas vom Geschäft. Sie haben von diesen Progressionskurven gesprochen. Der Vertreter der Finma hat gesagt: "Progressionen: Die Finma lässt sich die Zahlen dazu vorlegen. Wir sehen grosse Unterschiede [...]."
Für die Finma gibt es diese Zahlen und Tabellen also offenbar. Sie geht davon aus, dass sich die Entwicklung ceteris paribus - also abgesehen von der Mengenausweitung und allem, was es da gibt; ich sage, das lassen wir beiseite - aufzeigen lässt. Die Aussagen, die in einem Tarif dargelegt[NB]werden, die man jetzt schon machen kann - für 20-Jährige kostet es so viel, für 40-Jährige so viel, für 60-Jährige so viel -, sollte man öffentlich machen.
Man wird natürlich sagen, wenn jemand frage, dann gebe man ihm Auskunft. Eine 20- oder 25-jährige Versicherungsnehmerin stellt diese Frage nicht. Mit 25 hatte ich andere Probleme, als mir irgendwelche Überlegungen zur Altersvorsorge oder zur Krankentaggeldversicherung oder zu weiss ich was zu machen! Junge nehmen einfach die Offerte eines Kollegen, der bei einer Versicherung arbeitet, weil sie sie vorteilhaft finden. Zwanzig, dreissig Jahre später staunt man dann: Er hätte das sagen können! Er hat es nicht böse gemeint, als er es nicht gesagt hat.
Wenn man jetzt sagt, diese Information müsse zwingend abgegeben werden, dann vergibt sich niemand irgendetwas. Aber die betroffenen Versicherungsnehmerinnen und Versicherungsnehmer können einfach absehen, was ihr heutiger Entscheid voraussichtlich in zwanzig, dreissig Jahren für Auswirkungen hat. Dass sich alle anderen Sachen verändern können, das versteht sich von selber. Alleine die grundsätzlich angelegte Progressionskurve soll aufgezeigt werden. So kompliziert ist das eigentlich nicht, scheint mir.