Hegglin Peter · Ständerat · 2022-03-02
Hegglin Peter · Ständerat · Zug · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2022-03-02
Wortprotokoll
Gerne nehme ich noch Bezug auf gewisse Aussagen, die gemacht worden sind, und beginne mit den Emotionen. Es ist natürlich so, dass man mit Bildern im Bereich der Tiere Emotionen - positive, negative Emotionen - wecken kann. Ich attestiere aber den mit positiven Emotionen besetzten Bildern Korrektheit. Wenn bei Produkten mit entsprechenden Labels oder Standards Bilder aufgedruckt sind, die glückliche Tiere zeigen, dann, glaube ich, kann man davon ausgehen, dass die Tiere auch entsprechend gehalten werden. Wenn es nicht so wäre, hätten wir rechtliche Möglichkeiten, um dagegen vorzugehen. Jetzt wird natürlich umgekehrt versucht, Bilder zu evozieren, die es sehr wohl auch gibt. Aber das sind meiner Meinung nach Einzelfälle, die man nicht verallgemeinern darf.
Vorhin wurde der Blick in die Zukunft erwähnt. Ich bin absolut dafür: Die Produktionsbedingungen müssen sich verbessern. Sie verbessern sich auch laufend. Man versucht - ich bin selber intensiv daran -, die Kriterien zu verschärfen, vom Tierwohl bis hin zur Klimaneutralität. Man versucht, dort besser zu werden.
Es ist aber falsch, wenn man versucht, Bilder aus der Vergangenheit heranzuziehen, und wenn quasi unterstellt wird, [PAGE 52] dass dem noch heute so sei. Ich erwähne jetzt vor allem auch das Schwanzbeissen und das Hormonfleisch; beim Übergang von einer vor allem bäuerlich geprägten zu einer gewerblichen, industriellen Landwirtschaft hat es solche Vorkommnisse sehr wohl gegeben. Ich meine aber, dass man daraus sehr wohl viel gelernt hat. Die Landwirte wissen, dass sie nur mit Tieren, denen es wohl ist, gute Produkte schaffen und gute Produktleistungen erbringen können.
Ich meine fast, das richtige Schwanzbeisser-Argument hat Kollege Zanetti vorgebracht. Er hat vorhin gesagt, es gebe in Zukunft weniger Betriebe, es koste dann weniger. Aber das führt ja dann zu grösseren Produktionseinheiten. Ich sage jetzt nicht, es führe in Richtung Massentierhaltung, aber es führt zu grösseren Produktionseinheiten. Weniger Produzenten halten dann halt mehr Tiere. Eigentlich führt das fast in diese Richtung.
Ich möchte aber nicht länger bei diesem Thema bleiben, sondern meine Aussagen nochmals bekräftigen: Ich glaube, wir haben ein gutes Regulativ. Wir haben gute, unterstützende Programme. Das zeigt sich daran, wie viele Produzenten an den RAUS- und BTS-Programmen teilnehmen; jedes Jahr nehmen mehr teil.
Ich glaube, aus all diesen Gründen und aus den Gründen, die ich vorhin erwähnt habe, ist es zum einen nicht nötig, die Verfassungsbestimmungen der Initiative aufzunehmen, und ist es zum andern nicht nötig, den Gegenentwurf des Bundesrates aufzunehmen.
Ich empfehle Ihnen deshalb, die Initiative abzulehnen und nicht auf den Gegenentwurf einzutreten.