Nordmann Roger · Nationalrat · 2022-03-02
Nordmann Roger · Nationalrat · Waadt · Sozialdemokratische Fraktion · 2022-03-02
Wortprotokoll
Herr Girod, die Stromversorgung ist eine schwierige Sache. Wir wollen viel mehr erneuerbare Energie. Mit Ihrer parlamentarischen Initiative haben wir einiges unternommen, das in diese Richtung geht. Aber es ist klar, dass wir für den Winter chemische Energie speichern müssen. Das richtige Konzept ist natürlich nicht, dies mit fossilem Erdgas zu machen, sondern mit erneuerbarem Synthesegas aus den sommerlichen Überschüssen. Es ist zudem ein bisschen einfacher, dies dezentral zu machen. Das ist der [PAGE 113] Grund, weshalb wir tendenziell eher Wärme-Kraft-Koppelung brauchen.
Das ist auch sinnvoll, denn im Winter ist es kalt und die Nachfrage nach Strom und Wärme ist hoch. Wenn Sie dann merken, dass die Versorgung aufgrund der Stromnachfrage ein bisschen kritisch ist, dann schalten Sie ein paar Grosswärmepumpen ab und ein paar Wärme-Kraft-Koppelungsanlagen ein. Dann haben Sie einerseits Abwärme für die entsprechenden Gebäude und andererseits Strom. Es ist aus unserer Sicht klar, und das ist auch das Konzept von Powerloop, dass dies mit erneuerbarer Energie geschehen soll. Der Vorteil der Wärme-Kraft-Koppelungsanlagen ist, dass sie mit Methan oder auch mit Wasserstoff funktionieren können - sie sind teilweise auch umrüstbar, es gibt verschiedene Modelle. Das macht durchaus Sinn.
Für die Gesamtdekarbonisierung ist es entscheidend, Herr Girod, dass wir genug Strom über das ganze Jahr haben. Das wird während drei Vierteln des Jahres überhaupt kein Problem sein. Es gibt eine kritische Zeit im Winter, und dann muss die Versorgung sicher sein, damit die Leute Vertrauen haben und insbesondere die Mobilität elektrifizieren. Das ist der Grund, weshalb es richtig ist, auf Sicherheit zu setzen.