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Flach Beat · Nationalrat · 2022-03-03

Flach Beat · Nationalrat · Aargau · Grünliberale Fraktion · 2022-03-03

Wortprotokoll

Der Klimawandel ist eine Realität. Wenn Sie gestern gehört haben, dass es früher schon Klimaveränderungen auf unserem Planeten gegeben habe, dann muss man sagen, dass dies natürlich richtig ist. Aber es gab sie noch niemals in dieser Dramatik und noch niemals in dieser Geschwindigkeit und noch niemals eindeutig durch das Handeln der Menschen auf diesem Planeten angetrieben.

Die Energiestrategie 2050 hat das bereits aufgenommen, und wenn gestern behauptet wurde, dass diese gescheitert sei, dann muss gesagt werden, dass das einfach nicht wahr ist. Wir sind mitten auf dem Weg, sind sogar schon etwas über die Hälfte des Weges hinaus, und die einen sagen jetzt, man müsse umkehren. Aber umkehren: Bis wohin denn? Erstens einmal: Der Weg zurück ist weiter als der, den wir vor uns haben. Und zweitens: Wenn Sie wieder da angelangt sind, wo wir gestartet sind, ja, was wollen Sie denn da tun? Das Problem haben wir dann immer noch vor Augen; gelöst ist nichts. Die gesellschaftlichen, die sozialen und die wirtschaftlichen Auswirkungen, die der Klimawandel für den ganzen Planeten und auch für die Alpenschweiz bringt, sind ersichtlich und wären dann überhaupt nicht durch irgendein vernünftiges Ziel angegangen. Wir brauchen aber Ziele, um netto null zu erreichen, und zwar nicht nur für uns hier, sondern auch für unsere Kinder und unsere Enkel. Denn wir sind die Generation, die das noch machen kann.

Die Ziele, die wir uns gesetzt haben, sind erreichbar. Beispielsweise haben wir im Neubaubereich die Ziele, die wir uns gesetzt haben, nicht nur erreicht, sondern wir übertreffen sie heute sogar. Im Bereich des Umbaus des Bauwerkes Schweiz sind wir ebenfalls daran, und überall dort, wo etwas umgebaut wird, sind am Ende die Energieeffizienz und die CO2-Einsparung ersichtlich. Nichts, was umgebaut wird, ist nachher in Bezug auf den Energieverbrauch negativer als heute. Das heisst, wir sind auf dem richtigen Weg.

Was wäre denn auch die Alternative dazu? Was wäre denn, wenn wir das nicht machen würden? Die Klimaerwärmung würde so weiter voranschreiten. Sie würde entsprechend dazu führen, dass der Meeresspiegel ansteigen würde, aber auch dazu, dass in Regionen, wo heute Nahrungsmittel angebaut werden können, Dürre herrschen würde. Wir sehen die Klimaveränderungen bereits jetzt an den Wetterextremereignissen. Es führt tatsächlich nichts an diesem Weg vorbei.

Es wird immer wieder kolportiert, was wir hier fordern, sei wirtschaftlich überhaupt nicht machbar. Wenn Sie aber einmal schauen, was wir tatsächlich für die Energie allein in unserem Land ausgeben, dann stellen Sie fest: Es geht um etwa 21 Milliarden Franken, die wir für die gesamte Energie im Jahr ausgeben. Davon werden rund 9 Milliarden Franken für nicht fossile Energien ausgegeben, der überwiegende Rest ist für fossile Energien. Auch wenn wir noch die Investitionen dazurechnen, um diese Systeme zu erhalten, zu erneuern, [PAGE 129] zu renovieren oder auch wieder zu flicken, dann sind wir immer noch bei unter 3 Prozent des Bruttoinlandprodukts der Schweiz. Die gesamten Energiekosten betragen weniger als 3 Prozent. Das heisst, wir sind in einem Bereich, der problemlos durch alternative Energie ersetzt werden kann, vor allen Dingen, wenn Sie daran denken, dass fossile und nicht nachhaltige Energien in Zukunft teurer werden.

Ich bitte Sie deshalb, der Initiative mit diesen Zielen zuzustimmen, vor allen Dingen aber auch dem direkten Gegenvorschlag. Nachher - das ist meine grosse Hoffnung - können wir im neuen CO2-Gesetz entsprechende Massnahmen ergreifen, die uns weiterbringen werden. Sie werden wirtschaftlich für uns alle von Vorteil sein und vor allen Dingen unseren Enkelkindern helfen, diesen Planeten zu retten.

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