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Sauter Regine · Nationalrat · 2022-03-15

Sauter Regine · Nationalrat · Zürich · FDP-Liberale Fraktion · 2022-03-15

Wortprotokoll

Die Corona-Krise hat deutlich gemacht, dass viele Unternehmen über ein sehr geringes finanzielles Polster verfügen. Das hat zuweilen auch erstaunt. Mit Blick auf eine nächste Krise ist es zentral, den Eigenkapitalaufbau von Unternehmen zu unterstützen. Das derzeitige Steuerrecht steht dem aber diametral entgegen. Fremdkapital wird gegenüber Eigenkapital privilegiert, da lediglich bei Fremdkapital ein Zinsabzug möglich ist. Es besteht bei Finanzbedarf somit geradezu ein Anreiz, sich zu verschulden, statt die Eigenkapitalbasis zu verbreitern, und das führt dann eben in Krisen zu problematischen Situationen. Absurd ist in diesem Zusammenhang natürlich, dass wir den Aufbau von Eigenkapital sogar besteuern, aber das ist ja ein anderes Thema, dazu hat sich die Schweizer Stimmbevölkerung leider gerade in ablehnendem Sinn geäussert.

Ein vermehrter Aufbau von Eigenkapital könnte die Basis der Unternehmen stärken und zukünftigen wirtschaftlichen Krisen vorbeugen. Der Eigenkapitalaufbau von Unternehmen sollte deshalb mit dem Abzug für Eigenfinanzierung bei der direkten Bundessteuer nach dem Vorbild von Artikel 25abis des Steuerharmonisierungsgesetzes gefördert werden. Damit würden insbesondere inhabergeführte KMU gestärkt. Sie sind es, welche in einer nächsten Krise auch das grösste Risiko tragen. Die Wirtschaft selber fordert auch einen solchen Mechanismus und geht davon aus, dass mit einer Stärkung der Eigenkapitalbasis die Krisenresilienz der Firmen erhöht und damit der staatliche Unterstützungsbedarf in einer nächsten Krise gesenkt wird. Davon profitiert auch die Gesellschaft, die dann weniger finanziell belastet wird.

In diesem Sinne bitte ich Sie im Namen der FDP-Liberalen Fraktion, diese Motion anzunehmen.