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Sommaruga Simonetta · Bundesrat · 2022-03-17

Sommaruga Simonetta · Bundesrat · Bern · 2022-03-17

Wortprotokoll

Ich bin nicht die Expertin und die Technikerin in diesen Fragen, das wissen Sie, Herr Nationalrat Wettstein. Aber es geht ja bei Ihrer Motion um die Frage, was bis jetzt bereits passiert ist, wie man die Bevölkerung heute besser schützen kann.

Schauen Sie sich zum Beispiel die neuen Daten der Naqua an, die jetzt jede dritte Messstelle in der Schweiz betreffen. Die Resultate dieser Messungen zeigen auf, wie verbreitet Pestizidbelastungen des Grundwassers sind. Aber Sie können das betreffende Grundwasser nicht mit dem Trinkwasser gleichsetzen, welches an die Bevölkerung verteilt wird. Die Wasserversorgungsunternehmen haben bereits Sofortmassnahmen ergriffen und umgesetzt: Verunreinigte Trinkwasserfassungen wurden geschlossen; das Wasser aus verschiedenen Trinkwasservorkommen wird gemischt.

Selbstverständlich haben wir die Aufgabe und die Pflicht, auch in der aktuellen Situation alles zu tun, um sicherzustellen, dass das Trinkwasser, das an die Bevölkerung verteilt wird, nicht verunreinigt ist. Aber es gibt eben auch keine landesweite Übersicht, wie viele Personen Trinkwasser mit Chlorothalonil-Abbauprodukten in Konzentrationen von mehr als 0,1 Mikrogramm pro Liter erhalten. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat die Kantonschemikerinnen und -chemiker dazu befragt. Die Ergebnisse stehen noch aus. Sie werden bis Mitte Jahr erwartet.

Sie sehen, der Bund nimmt die Situation sehr ernst. Aber bevor wir jetzt Massnahmen beschliessen, die sehr teuer sind und zum Teil von kleineren Versorgern gar nicht umgesetzt werden können, müssen wir wissen, wie die Situation ist, und dort handeln, wo wirklich dringender Handlungsbedarf besteht. Den Druck, jetzt Massnahmen zu ergreifen, um die Verunreinigungen an der Quelle anzugehen, müssen wir aufrechterhalten. Aber wenn ich die Reaktionen sehe, wenn jemand Beschwerden macht und bis vor Bundesgericht geht, bin ich noch nicht sicher, ob bei allen in der Schweiz angekommen ist, wie wichtig diese Massnahmen sind und dass wir sie dringend umsetzen müssen.