Kälin Irène · Nationalrat · 2022-03-18
Kälin Irène · Nationalrat · Aargau · Grüne Fraktion · 2022-03-18
Wortprotokoll
Pascal Adam, geboren am 3. Januar 1960, wird Ende Mai nach über dreissig Dienstjahren bei den Parlamentsdiensten in Pension gehen. Seine Erstausbildung als Elektromonteur schloss er 1980 ab. Mit zwei Jahren Berufserfahrung in der Tasche trat er 1982 in den Bundesdienst ein. Eigentlich können wir Herrn Adam heute also für vierzig Jahre Einsatz zugunsten der Bundesverwaltung danken. Er hat sein ganzes Berufsleben in unseren Dienst gestellt.
In die Parlamentsdienste eingetreten ist Herr Adam im April 1991. Er startete als "Fachbeamter EDV" im Informatikdienst, welcher damals noch in den Kinderschuhen steckte. 1999 erfolgte die Beförderung zum stellvertretenden Leiter des Informatikdienstes, und man stelle sich vor: Die damals für Personalfragen zuständige Bundeskanzlei lehnte eine zusätzliche Lohnklasse ab! Die Begründung lautete: Sie nehme zur Kenntnis, dass die Arbeitslast stetig zunehme, weil immer mehr Server zu betreuen seien; diese Begründung rechtfertige jedoch noch keine zusätzliche Lohnklasse. Dank seiner Beförderung zum "Adjunkten" klappte es aber im darauffolgenden Jahr mit der Lohnerhöhung.
Seine heutige Funktion als IT-Sicherheitsbeauftragter übernahm Herr Adam vor zwölf Jahren. Diese anspruchsvolle Aufgabe nahm er sehr engagiert und erfolgreich wahr. Um den wachsenden Ansprüchen der IT-Sicherheit gerecht zu werden, bildete sich Herr Adam ständig weiter. Seit 1997 unterrichtet er auch als Dozent in Systementwicklung, Netzwerke und Kommunikation an einer höheren Fachschule.
Das Netzwerken geht bei Herrn Adam weit über das Technische hinaus. Sein Networking auf beruflicher Ebene wusste er geschickt zugunsten der Parlamentsdienste zu nutzen.
Pascal Adam ist sehr vielfältig interessiert. So lernte er zum Beispiel das Programmieren. Ob es Zufall war, dass er sich für die Programmiersprache Pascal entschieden hat? Er bildete sich auch in Risikomanagement und interner Revision weiter. Sein zentrales Anliegen blieb die IT-Sicherheit. Mit viel Engagement rief er die Sicherheitskampagne "iguard" ins Leben, welche jedes Jahr mit Aktionen alle Mitarbeitenden der Parlamentsdienste zu einem Schwerpunktthema in der IT-Sicherheit sensibilisiert. Und Sie, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, erinnern sich bestimmt an Herrn Adams Sicherheitstankstelle, bei der Sie Ihre Computer jeweils auf Herz und Nieren prüfen lassen konnten.
Wir wünschen Ihnen, Herr Adam, für die Zukunft alles Gute und viel Zeit und Energie für Ihren neuen Lebensabschnitt. (Stehende Ovation; die Präsidentin überreicht Herrn Adam einen Blumenstrauss)
Nach über dreissig Jahren Tätigkeit im Bundeshaus wird Daniel Zehnder Ende April altershalber die Parlamentsdienste verlassen. Herr Zehnder nahm seine Tätigkeit in diesem Haus 1991 als wissenschaftlicher Beamter und ab 1994 als wissenschaftlicher Adjunkt auf. Seit 2003 war er als Delegationssekretär tätig. Er war mehr als 19 Jahre der Sekretär der Europaratsdelegation, und, ob Zufall oder nicht, seinen letzten Arbeitstag wird Daniel Zehnder am 29. April in Strassburg an der zweiten Teilsession der Parlamentarischen Versammlung des Europarates verbringen. Den 73. Gründungstag des Europarates am 5. Mai und den 59. Jahrestag des Schweizer Beitritts zum Europarat am 6. Mai wird Herr Zehnder dieses Jahr aber in Ruhe im Kreis seiner Familie begehen können.
Von 2003 bis 2017 war Daniel Zehnder Sekretär der Schweizer Delegation bei der Interparlamentarischen Union (IPU). 2011 hat er einen wesentlichen Beitrag zur Organisation und Durchführung der 125. Versammlung der IPU in Bern geleistet. Mit über 1400 Teilnehmern aus 140 Ländern war diese die grösste internationale Veranstaltung in der Geschichte der Bundesversammlung. Die Eröffnungsfeier dieser Veranstaltung fand in Anwesenheit des damaligen UNO-Generalsekretärs Ban Ki-moon im Parlamentsgebäude statt. Um diese Feier etwas aufzulockern, hatte Herr Zehnder die geniale Idee, eine Diskothek inklusive Cocktailbar beim Besuchereingang des Parlamentsgebäudes einzurichten. Mit exotischen Cocktails und Tanz wurde die 125. IPU-Versammlung grandios eröffnet.
Als diplomierter Sinologe hat Daniel Zehnder früh sein Interesse für die chinesische Kultur und Sprache manifestiert. So hat er Ende der Achtziger- und Anfang der Neunzigerjahre als Deutschlehrer an der Universität von Kunming in China gearbeitet. Im Rahmen einer Jobrotation mit dem EDA war er von 2000 bis 2002 zudem als diplomatischer Berater auf der Schweizer Botschaft in Peking tätig. Bei offiziellen Besuchen von parlamentarischen Delegationen aus China in Bern war Daniel Zehnder meistens anwesend und brillierte mehrmals mit einer Bundeshausführung in der Muttersprache der Gäste.
Lieber Herr Zehnder, vielen Dank für Ihr grosses Engagement für die Bundesversammlung und für Ihren Beitrag zur Förderung der parlamentarischen Diplomatie. Im Namen unseres Rates wünsche ich Ihnen für die Zukunft alles Gute und einen wundervollen nächsten Lebensabschnitt. (Stehende Ovation; die Präsidentin überreicht Herrn Zehnder einen Blumenstrauss)