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Hegglin Peter · Ständerat · 2022-06-14

Hegglin Peter · Ständerat · Zug · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2022-06-14

Wortprotokoll

Ich empfehle Ihnen, die Motion abzulehnen, weil sie zur Folge hat, dass es weniger Tierwohl gibt und dass es sicher mehr verletzte Personen und Tiere gibt. Haben Sie schon mal eine Verletzung durch einen Hornstoss erhalten? Haben Sie schon mal eine entsprechende Verletzung gesehen? So ein Hornstoss kann buchstäblich ins Auge gehen, beim Pfleger, aber auch bei Artgenossen. Ausgestochene Augen, aufgeschlitzte Euter, Stiche in die Eingeweide und in die Lunge sind die gröberen Verletzungen. Äussere Blessuren zeugen auch von Rangkämpfen innerhalb einer Herde. Es können aber eben auch Pflegende sehr stark von einem Hornstoss verletzt werden oder betroffen sein. Die Würde des einen kann quasi auch ein Schaden des anderen sein.

Während Hörner in der Wildbahn klar für die Verteidigung gegen Raubtiere - dort haben sie ihre Berechtigung -, aber auch für Rangkämpfe innerhalb der Herde genutzt werden, brauchen Tiere in Nutzviehställen natürlich keine Hörner mehr. Wenn Sie die Hörner an den Tieren belassen, führt das entgegen dem Titel der Motion nicht zu mehr Tierwohl, sondern eben zu weniger Tierwohl, weil Tiere mit Hörnern weniger in Laufställen gehalten werden können. Diese Tiere müssen angebunden sein. Denn wenn sie nicht angebunden sind, müssen die Ställe so gross sein, dass sie fast nicht gebaut werden können. Es bräuchte Fluchtwege, Fluchtkorridore. Sozial schwächere Tiere sind in einem Stall in der Anbindehaltung geschützt, es ist jedoch schwierig, sie im Laufstall zu schützen. Wenn Sie Tiere zur Fütterung in einem Fressgitter fixieren, sind gerade schwache Tiere Angriffen von sozial starken Tieren ausgesetzt. Ein eingesperrtes Tier hat die Flanke frei. Eine andere Kuh kann diese Kuh von der Seite her verletzen.

Ethisch betrachtet, führt wahrscheinlich eine Enthornung im Moment der Enthornung zu Schmerzen, wobei es heute klar ist, dass eine Enthornung nur durch eine Fachperson und unter Schmerzausschaltung vorgenommen werden darf. Der Schmerz tritt also einmal auf beim Akt der Enthornung. Wenn Sie die Hörner lassen, haben die Tiere das Leben lang Stress, dass sie durch ein anderes Tier verletzt werden können. Oder eben, sie werden durch ein anderes, ranghöheres Tier verletzt.

Ich habe mich über dreissig Jahre für die Unfallverhütung in der Landwirtschaft eingesetzt. Landwirtschaft, Bau und Wald sind die Bereiche, die die höchsten Unfallzahlen haben. Ein Teil der Verletzungen erfolgt durch behornte Tiere. Über Jahre und Jahrzehnte haben wir empfohlen, Tiere zu enthornen, um die Unfallfolgen für Tier und Mensch zu verhindern. Hier einen Beitrag zu gewähren, dass nicht enthornt wird, damit habe ich sehr Mühe. Deshalb habe ich Ihnen beantragt, dieses Geld nicht zu sprechen. Es ist nicht verboten, die Hörner an den Kühen zu belassen. Das soll auch weiterhin möglich sein. Ich habe einfach Mühe, wenn man dafür noch Geld gibt.

Deshalb beantrage ich Ihnen mit meiner Minderheit, die Motion nicht anzunehmen und es so zu belassen, wie es heute ist.

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