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Chiesa Marco · Ständerat · 2022-09-21

Chiesa Marco · Ständerat · Tessin · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2022-09-21

Wortprotokoll

Ich fordere mit diesen beiden Vorstössen mehr Fläche für die Produktion von einheimischen Lebensmitteln. Ende Jahr werden wir in der Schweiz wohl 9 Millionen Einwohner haben. Wir müssen eine grundsätzliche Wahl treffen: Wollen wir ein höheres Mass an Selbstversorgung oder eine stärkere Zuwanderung? Mehr Menschen bedeuten einen Mehrbedarf an Nahrungsmitteln. Mit dem heutigen Produktionsportfolio erreicht die Schweiz bei den Lebensmitteln einen Bruttoselbstversorgungsgrad von 57 Prozent und einen Nettoselbstversorgungsgrad von rund 50 Prozent. So steht es im Bericht des Bundesrates in Erfüllung der Postulate 20.3931 und 21.3015 vom 22. Juni 2022. Wir müssen uns jedoch bewusst sein, dass der Bruttoselbstversorgungsgrad 1990 über 60 Prozent betrug. Unser Bruttoselbstversorgungsgrad sinkt also stetig.

Der Bundesrat gibt mir nur teilweise recht. Die Inkraftsetzung der neuen Mindestvorgabe im ökologischen Leistungsnachweis von 3,5 Prozent Biodiversitätsförderflächen auf der Ackerfläche wurde aufgrund des Krieges in der Ukraine gegenüber dem Vorschlag in der Vernehmlassung um ein Jahr auf 2024 verschoben. Ich möchte aber keine Verschiebung dieses Vorhabens, sondern die ersatzlose Streichung. Ich möchte die Produktion einheimischer Nahrungsmittel steigern und mich nicht auf Importe verlassen.

Insbesondere wenn es eine mögliche globale Mangellage bei den Nahrungsmitteln gibt, gilt es vorzusorgen. Sie sehen die Parallelen zur Strom- und Gasmangellage allzu klar. Wir müssen unsere Verletzlichkeit heute reduzieren und mehr im eigenen Land produzieren, damit wir für alle Eventualitäten so gut wie möglich vorbereitet sind. 6 Prozent unserer Importe sind wertmässig den Nahrungsmitteln zuzuordnen. Ich zitiere aus dem besagten Postulatsbericht auf Seite 18: "Aufgrund des hohen Importanteils haben gut funktionierende Handelsbeziehungen eine grosse Bedeutung für die Aufrechterhaltung der Ernährungssicherheit." Wir können uns jedoch nicht blindlings auf Importe verlassen, sondern sollten heute mehr Fläche landwirtschaftlich bewirtschaften.

Aus diesen Gründen bitte ich Sie, die Motionen 22.3567 und 22.3568 anzunehmen.