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Candinas Martin · Nationalrat · Graubünden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2023-02-27

Wortprotokoll

(discurra sursilvan) La sessiun è averta! Preziadas e stimads collegas, jau As benevent cordialmain a la sessiun da primavaira dal Cussegl naziunal e giavisch bunas e vivas discussiuns accumpagnadas da respect vicendaivel.

Vor fast genau einem Jahr, am 24. Februar 2022, hat Russland in Verletzung der UNO-Charta sein Nachbarland, die Ukraine, überfallen, nachdem bereits 2014 die Krim völkerrechtswidrig annektiert worden war. Ein europäisches Land mit einer demokratischen Verfassung und einer Bevölkerung, die eigentlich hoffnungsvoll in die Zukunft blickte, ist rücksichtslos angegriffen worden. Seit über einem Jahr sind wir erschüttert, betroffen und traurig.

Seit über einem Jahr wird der Krieg nicht nur gegen das Land geführt, sondern auch gegen das ukrainische Volk: Infrastruktur wird gezielt zerstört, Wohnhäuser werden bombardiert und Felder verbrannt. Wir erfahren von Gräueltaten: geschätzte 15 Millionen Vertriebene, Gefolterte und Getötete, verschleppte Kinder, Plünderungen und Zerstörung. Die unfassbaren Bilder von Butscha, Mariupol, Cherson oder Bachmut werden wir nie vergessen können. Werte, die uns vor 13 Monaten als selbstverständlich erschienen, sind plötzlich infrage gestellt. Heute steht Europa, steht die Welt, steht auch die Schweiz an einem ganz anderen Ort als zu Beginn des letzten Jahres.

Rund 78[NB]000 Flüchtlingen konnten wir seither Sicherheit geben. Wir haben sie aufgenommen, und wir kümmern uns um sie. Viele leisten dafür tagtäglich einen grossen Beitrag. All diesen Menschen und insbesondere auch den betroffenen Gemeinden möchte ich unseren aufrichtigen Dank ausrichten. Damit und mit vielen weiteren Massnahmen der humanitären Hilfe und der Diplomatie stellt die Schweiz ihre Solidarität mit der ukrainischen Bevölkerung unter Beweis. Dies wird sie auch in Zukunft tun. Neben der Solidarität bleibt uns nur die Hoffnung, dass dieser schreckliche Krieg bald ein Ende und der Frieden wieder einkehren wird. Wir sind mit unseren Gedanken bei den Menschen in der Ukraine.

Mit Trauer und Ohnmacht erfüllten uns in den letzten Wochen auch die Erdbeben in der Türkei und in Syrien. Hunderttausende von Menschen sind von starken Erdbeben überrascht worden, rund 50[NB]000 Todesopfer sind bisher zu beklagen, weitere sind zu befürchten. Wir können uns kaum eine Vorstellung der schrecklichen Zustände machen: Ganze Ortschaften liegen in Trümmern, Existenzen sind zerstört, Familien zerrissen worden. Dazu drohen Obdachlosigkeit in bitterer Kälte, während ein brutaler Bürgerkrieg im Erdbebengebiet in Syrien tobt.

In all diesem Elend versuchen wir zu helfen. Spezialistinnen und Spezialisten wurden rasch ins Katastrophengebiet geschickt, die wertvolle Hilfe bei der Suche und Bergung von Verschütteten und bei der Nothilfe für Überlebende leisteten. Ich danke allen Retterinnen und Rettern von Herzen. Wir müssen und werden auch den Wiederaufbau in diesen schwer geprüften Regionen unterstützen. Eine Welle der Betroffenheit und Solidarität hat die Schweiz erfasst. Das zeigen die grosszügigen Spenden und Hilfsangebote aus der ganzen Bevölkerung. Diese Solidarität darf uns alle mit Stolz und tiefer Dankbarkeit erfüllen.

Gedenken wir in einer Schweigeminute der unzähligen Opfer des Angriffs auf die Ukraine sowie der Erdbeben in Syrien und der Türkei. Ich bitte Sie, sich zu erheben.[GZ]

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Der Rat erhebt sich zu Ehren der Verstorbenen [GZ]

L'assistance se lève pour honorer la mémoire des défunts [PAGE 2]

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