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preparatory:AB 322524

Gredig Corina · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion · 2023-06-12

Wortprotokoll

Die Hälfte der Stimmenden ist heute über 58 Jahre alt. Die Hälfte der Stimmenden ist also kurz vor dem Pensionsalter oder bereits pensioniert. Diese Entwicklung nimmt stetig zu: Bei den übernächsten Wahlen, 2027, ist sie über 59 Jahre alt, und dann sind vielleicht bald die magischen 60 Jahre erreicht. Die Stimmbevölkerung altert also rasant, in der Schweiz noch viel mehr als in anderen Ländern. [PAGE 1250]

Ältere Menschen bestimmen also über die Zukunft der Jungen. Die jüngste Generation muss aber mit den Entscheidungen, die heute gefällt werden, am längsten leben. Stimmrechtsalter 16 heisst also auch, ein Gegengewicht zur Alterung der Gesellschaft zu schaffen und die Alterspyramide der politisch Entscheidenden etwas auszugleichen.

Es geht beim Stimmrechtsalter 16 auch um Vertrauen, um Vertrauen in unsere Jugend. Es geht darum, dass wir die Bereitschaft haben, ein klein wenig von unserer Macht zu teilen - mit der jüngsten Generation, denn sie muss noch am längsten mit den Entscheidungen leben, die wir heute fällen.

Wir kennen es von den Schulklassen, die hierher ins Bundeshaus kommen: Junge Menschen bringen frische Perspektiven mit, sind voller Energie und haben viel Enthusiasmus, auch für die politische Diskussion. Indem wir ihnen ab 16 das Stimmrecht gewähren, geben wir ihnen die Möglichkeit, ihre Meinungen und Interessen aktiv einzubringen und ihre Zukunft mitzugestalten. Österreich zeigt es: Personen, die bereits mit 16 wählen konnten, beteiligen sich langfristig eben auch mehr an der Demokratie. Bei unserer tiefen Stimmbeteiligung ist dies ein weiteres sehr gutes Argument dafür, dass wir eben das Stimmrechtsalter 16 einführen. Mit 16 Jahren, da fängt das Stimmrechtsleben an - das würde doch zur Schweiz passen. Es passt doch zur Schweiz, wenn wir möglichst viel Demokratie ermöglichen.

In diesem Sinne bitte ich Sie nochmals, gegen die Abschreibung zu votieren und beim Entscheid der Mehrheit des Nationalrates zu bleiben, beim Entscheid, den Sie bereits zweimal gefällt haben.