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Schläpfer Therese · Nationalrat · 2023-09-13

Schläpfer Therese · Nationalrat · Zürich · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2023-09-13

Wortprotokoll

Das vorliegende Postulat wünscht einen Bericht - noch einen Bericht, ist man geneigt zu sagen. Es wird gefordert, einen Bericht über notwendige Anpassungen im Gesundheitssystem an die globale Erwärmung vorzulegen. Wir leben hier aber in der Schweiz und sollten uns auf die Temperaturen hier einstellen. Dann wird mit Superlativen wie "Hitzewellen", "immer häufiger", "immer extremer" jongliert. Es gebe schon jetzt immer mehr Situationen, in denen am Tag 40 Grad erreicht würden. Dies stimmt nun klar nicht. In der Schweiz wurde erst einmal eine Temperatur von über 40 Grad gemessen, 2003 in Grono im Kanton Graubünden, wobei diese Temperatur nachträglich nach unten korrigiert werden musste. Sonst war es einmal, im Juli 2015 in Genf, 39,7 Grad warm. Ebenso wenig stimmen die erwähnten Temperaturen von 30 Grad in der Nacht, die, so die Postulantin, gleich wie die Tagestemperaturen von 40 Grad "sogar überschritten" würden. Solche Angaben sucht man auf der Website von Meteo Schweiz vergeblich. Auch hier wurde der Blick wahrscheinlich wieder global ausgerichtet. Also: bitte mehr Sachlichkeit.

Ich denke, mit Panikmache kommen wir nicht weiter. Auch in der Sendung "Meteo" hat unser Schweizer Staatssender SRF mit den Temperaturen masslos übertrieben. Wir müssen mit kühlem Kopf - hier meine ich dies wörtlich - mögliche Probleme angehen. Dass man jetzt ältere, übergewichtige und ärmere Personen als Opfer sieht und potenziell bevormunden will, finde ich störend. Diesen Sommer war ich mit meiner Familie auf Kulturreise in Kairo; interessant und lehrreich war es. Obwohl die Temperaturen jeden Tag über 40 Grad lagen, hupte, wuselte und lärmte es in dieser Stadt wunderbar. Ältere, Übergewichtige, Junge, Arme und Frauen, total verhüllt, strömten durch die Stadt. Auf Anfrage meinten sie, das sei normal hier, man müsse sich einfach vorsehen.

Sobald man am Horizont irgendein Problem zu erkennen glaubt, wird nach Vater Staat gerufen. Der soll das Problem lösen, wobei wir in der Schweiz eigentlich mehrere Ebenen von Vater Staat haben: Bund, Kantone und Gemeinden. Der Bund hat hier nicht viel zu sagen, denn wie der Bundesrat in seiner Stellungnahme betont, sind die Kantone zuständig für die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung - in Hitzeperioden, aber auch im Allgemeinen. Also ist dieses Postulat nicht stufengerecht.

Es ist deshalb nicht verständlich, dass der Bundesrat die Annahme des Postulates empfiehlt. In seiner Stellungnahme weist er darauf hin, dass er aktuell zwei Forschungsvorhaben umsetzen lässt. Eines der sechs Projekte aus dem ersten Vorhaben fokussiert auf die gesundheitlichen Auswirkungen, mit einem Schwerpunkt bei der Hitzethematik. Die Ergebnisse dieser beiden Forschungsvorhaben würden bis 2026 vorliegen und wichtige Erkenntnisse liefern. Ich bezweifle, dass die Verwaltung zu wenig Arbeit hat.

Für die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung in Hitzeperioden sind die Kantone zuständig. Traut die Postulantin den Kantonen nicht zu, dass sie bei einem Problem handeln? Die Kantone sowie die Gemeinden sind es gewohnt, bei ausserordentlichen Lagen zu reagieren und Problemlösungen zu suchen.

Haben Sie übrigens gewusst, dass weltweit mehr Kältetote als Wärmeopfer zu beklagen sind? Dann müsste man eigentlich auch die Kältethematik erforschen, denke ich. Oder könnte es sein, dass hier bewusst - wie schon so oft, z.[NB]B. im Staatsfernsehen - Klimapanik geschürt werden soll?

Weil der Bundesrat bereits Forschungsvorhaben am Laufen hat und die Kantone für die Gesundheitsversorgung zuständig sind, bitte ich Sie, das Postulat nicht anzunehmen.