Engler Stefan · Ständerat · 2023-09-19
Engler Stefan · Ständerat · Graubünden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2023-09-19
Wortprotokoll
Ich bedanke mich bei Kollege Salzmann für seine Initiative, für das Einreichen dieses Vorstosses, den ich gerne mitunterstützt habe, und zwar aus drei zusätzlichen Gründen, die ich kurz anführen möchte.
Es wurde zu Recht gesagt: Das Schiesswesen hat in unserem Land eine grosse Tradition. Gerade in diesem Jahr, in dem wir die moderne Schweiz feiern - 175 Jahre Bundesverfassung -, wäre es ein schlechtes Zeichen, mit diesem Entscheid das Schiesswesen abzuwerten. Es wurde nämlich bereits ein Jahr nach Gründung des Bundesstaates, 1849, ein erstes eidgenössisches Schützenfest durchgeführt. Dort wurden die Errungenschaften der neuen Staatsform gefeiert, und es war die Gelegenheit, die Schweiz nach dem Sonderbundskrieg wieder zusammenzuführen. Ich weiss, dieses Argument vermag Sie vielleicht noch nicht zu überzeugen, aber es wäre ein falsches Zeichen, gerade in diesem Jahr die Schützinnen und Schützen zu bestrafen.
Das viel wichtigere Argument ist aber, dass gerade Karabinerschützinnen und -schützen, Standardgewehrschützinnen und -schützen und diejenigen Schützen, die das Sturmgewehr 57 benützen, das Rückgrat unserer Vereine darstellen. Wenn diese nicht mehr sind, dann wird das die Strukturen unserer Schiessvereine beeinträchtigen, es wird dazu führen, dass vielleicht wirklich nur noch die Schiesspflichtigen dazugehören und sich die anderen zurückziehen. Wenn wir also lebendige Vereine möchten - und das wiederum dient dem ausserdienstlichen Schiesswesen -, dann dürfen wir das Schiessen nicht unattraktiv machen, indem wir genau für diese Waffenarten die Munition verteuern. Wem also etwas am Schützenwesen, an diesen Vereinen gelegen ist, der darf jetzt nicht hingehen und einen wesentlichen Teil dieser Schützenfamilie bestrafen, indem man die Munitionspreise verdoppelt.
Das dritte Argument ist der Breitensport. Was wir damit unterstützen, ist Breitensport, und zwar für viele Generationen jüngerer und älterer Schützen. Es sind Schützinnen und Schützen und zunehmend auch Jugendliche, die sich dafür interessieren und diesen Sport ausüben. Wir haben auch andere Bereiche des Breitensports, in denen der Bund eine Breitensportförderung praktiziert, was sehr berechtigt ist. Es gibt keinen Grund, das jetzt hier bei den Schützinnen und Schützen genau ins Gegenteil zu verkehren.
Wir Politiker, aber auch Bundesrätinnen und Bundesräte gehen gerne an eidgenössische Schützenfeste, halten dort Ansprachen, rühmen die Bedeutung des Schiesswesens. Insofern, glaube ich, sind wir auch verpflichtet, diesen grossen gesellschaftlichen Anlass, welcher sich in kantonalen, regionalen, eidgenössischen Schützenfesten manifestiert, zu unterstützen. So gesehen wäre es ein völlig falsches Signal, jetzt einen Grossteil der Schützinnen und Schützen damit zu bestrafen, dass die Munition doppelt so teuer wird.
Ich bitte Sie deshalb mit Überzeugung, dem Vorstoss von Kollege Salzmann zuzustimmen.