Lexipedia

Jenny This · Ständerat · 2003-03-11

Jenny This · Ständerat · Glarus · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2003-03-11

Wortprotokoll

Ich verstehe die ganze Aufregung über die eingereichte Motion nicht. Wenn man die Zuschriften und Interventionen ansieht, dann könnte man meinen, in Zukunft werde die Jagd europaweit verboten. Wissen Sie, wann ein Jäger definitiv weiss, ob er nun einen Hirsch oder einen Motormäher geschossen hat? Antwort: Wenn ihm beim Abtransport das Motorenöl den Rücken hinunterläuft.

Wenn ich bezüglich Baujagd die Reaktionen noch einigermassen nachvollziehen kann, so verstehe ich nun wirklich nicht, weshalb beim Thema Nachsuche die Anliegen der Motionärin derart verteufelt werden. In dieser Frage kann ich nun wirklich zu 100 Prozent hinter Frau Beerli stehen. Für einen verantwortungsbewussten Jäger ist es doch heute schon eine Selbstverständlichkeit, dass auf alles beschossene Wild eine Nachsuche gemacht wird, und zwar unabhängig davon, ob dieses nun verletzt ist oder eben nicht; das hat auch Herr Maissen ausgeführt. Warum es dann nicht im Gesetz verankern? Gerade darum geniesst das Schweisshundewesen in der ganzen Schweiz einen derart hohen Stellenwert, weil man eben weiss, dass das Nachsuchen wichtig ist.

Es ist nicht so, dass es in allen Kantonen geregelt ist; das stimmt eben nicht ganz. Es ist deshalb notwendig, dass diese Praxis einheitlich gehandhabt wird und die Jäger auf diesem Gebiet eine aktive Haltung einnehmen. Das ist, wie gesagt, heute leider noch nicht überall der Fall. Fehlbare sollen - auch wenn es nur wenige sind - zur Rechenschaft gezogen werden. Verschiedene Kantone haben seit der Verschärfung dieser Betriebsvorschriften sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Das zeigt eindeutig, dass auch Jäger erzogen werden können.

Ich möchte Sie deshalb bitten, vor allem den zweiten Teil der Anliegen der Motion als Postulat zu überweisen, denn der scheint mir viel wichtiger zu sein als der erste Teil. Über den ersten Teil kann man in guten Treuen geteilter Meinung sein, jedoch der zweite Teil ist ein Anliegen, das grundsätzlich zu unterstützen ist. Wenn es nicht in allen Kantonen so gehandhabt wird, dann muss man es eben vereinheitlichen.