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Wettstein Felix · Nationalrat · 2023-12-07

Wettstein Felix · Nationalrat · Solothurn · Grüne Fraktion · 2023-12-07

Wortprotokoll

Meine Minderheit II kommt dann zum Zug, wenn sich die Kommissionsmehrheit beim Antrag zur Erhöhung der Absatzförderung von Schweizer Wein durchsetzt.

Meine Vorrednerin, Frau Claudia Friedl, hat als vorletzte Thematik begründet, weswegen sie insgesamt gegen diese Erhöhung ist. Eigentlich hätte auch ich mir gewünscht, dass mein Antrag gar nicht nötig wäre. Aber eben, da die Mehrheiten hier drinnen absehbar sind, möchte ich doch beliebt machen, dass wir eine solche Aufstockung um 6,2 Millionen Franken gegenüber dem Entwurf des Bundesrates mit einem Qualitätsanspruch verbinden. Wenn wir schon einheimischen Weinen mit Bundesgeldern zu einem Marktvorteil verhelfen wollen, dann sollen diese Weine wenigstens Vorteile in Sachen Ökologie und nachhaltiger Entwicklung bieten. Das heisst in diesem Fall, sie sollen Knospenqualität erreichen, also die Kriterien von Bio Suisse einhalten.

Machen wir uns nichts vor, Werbung für Schweizer Wein ist in erster Linie Werbung für Wein. Werbung wirkt. Wenn es nicht so wäre, dann würde niemand Geld dafür ausgeben. Werbung ist eine Verhaltensbeeinflussung. In anderen Zusammenhängen heisst es jeweils sofort "Bevormundung!", wenn an die Wirkung von Werbung erinnert wird. Stellen Sie sich vor, wir würden gleich viel Geld für die Absatzförderung von gesunden Früchten und Gemüsen beantragen. Dann würde von der Mitte bis rechts aussen sofort das Heulen und Wehklagen losgehen: Wir wollen keine Bevormundung! Beim Weinabsatz ist das natürlich etwas anderes. Da sollen die Konsumentinnen und Konsumenten selbstverständlich auf den Pfad der Tugend geführt werden, das heisst, sie sollen Schweizer Wein konsumieren.

Ich möchte weiter darauf hinweisen, dass dieses Geld nicht an die Winzerinnen und Winzer geht, sondern an die PR-Büros. Umso wichtiger wäre es, dass wir uns wenigstens dafür einsetzen, der biologischen Produktion einen relativen Vorteil zu verschaffen.