Cassis Ignazio · Bundesrat · 2024-03-05
Cassis Ignazio · Bundesrat · Tessin · 2024-03-05
Wortprotokoll
Permettez-moi tout d'abord d'exprimer ma consternation face à l'agression dont a été victime un concitoyen juif ce week-end à Zurich, agression que l'on soupçonne d'être antisémite. [PAGE 230]
Le Conseil fédéral condamne et s'oppose fermement à l'antisémitisme. Il faut absolument prendre des mesures afin de prévenir et de combattre ce fléau. C'est là, fondamentalement, la raison pour laquelle le Conseil fédéral vous invite à ne pas demander de rédiger un rapport: le diagnostic est posé, c'est le traitement qui est nécessaire. Il vous invite donc à accepter la motion dont vous allez discuter ce jeudi.
La lutte contre l'antisémitisme est une tâche de politique intérieure. Le Conseil fédéral est déjà d'accord de renforcer ces efforts. En ce sens, le 9 novembre dernier, j'ai moi-même publié une contribution d'opinion sur la montée de l'antisémitisme en Suisse.
Le Conseil fédéral, comme je viens de vous le dire, vous propose d'accepter la motion 23.4335, "Pour une stratégie et un plan d'action contre le racisme et l'antisémitisme", qui sera traitée ce jeudi au Conseil national. Cette motion rend inutile le rapport demandé par ce postulat.
Die Bekämpfung des Antisemitismus ist, wie gesagt, zuerst einmal eine innenpolitische Aufgabe. Die internationalen Aspekte der Antisemitismusbekämpfung sind diesen innenpolitischen Bemühungen nachgeordnet. Die Zusammenarbeit in verschiedenen internationalen Gremien ist jedoch relevant. Das ist auch der Grund, weshalb die Schweiz aktives Mitglied der International Holocaust Remembrance Alliance und der OSZE ist, wo die Frage der Koordination bei der Bekämpfung des Antisemitismus thematisiert wird. In diesem Rahmen findet auch ein regelmässiger Austausch mit den Antisemitismus-Koordinatoren anderer Länder statt, um die Ansätze zur Prävention und zur Bekämpfung zu stärken - denken wir an den Bildungsbereich.
Der Bundesrat ist sich des Risikos einer Zunahme des Antisemitismus für seine Aussenpolitik und für den Ruf der Schweiz in der Welt bewusst. Leider ist der Antisemitismus derzeit weltweit auf dem Vormarsch. Die Schweiz ist bisher nicht zur Zielscheibe von besonderer Kritik aus dem Ausland aufgrund von Antisemitismus geworden. Eine Zunahme der Kritik in ausländischen Medien würde im Rahmen des systematischen Monitorings der Medienberichterstattung im Ausland registriert, das Präsenz Schweiz durchführt. Das betrifft die Schweiz jedoch nicht. Auch im Vergleich mit anderen Ländern wird die Schweiz von aussen nicht als spezifisch antisemitisch wahrgenommen und dargestellt. Das bedeutet allerdings nicht, dass Antisemitismus kein Problem wäre. Aber die Bekämpfung von Antisemitismus ist zuerst einmal eine Aufgabe, die eben innenpolitisch erfolgen muss.
Deshalb beantragt Ihnen der Bundesrat die Ablehnung des Postulates und wird sich am Donnerstag für die Annahme der Motion 23.4335 der SPK-N, "Für eine Strategie und einen Aktionsplan gegen Rassismus und Antisemitismus", aussprechen.