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Glättli Balthasar · Nationalrat · 2024-06-03

Glättli Balthasar · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2024-06-03

Wortprotokoll

Unterstützen Sie eine Wirtschaft mit Zukunft statt einer Wirtschaft, die unsere Zukunft untergräbt. Ich habe jetzt so oft gehört, "Zurück in die Höhlen" sei quasi das Motto dieser Initiative. Nein! Es ist die Idee der Aufklärung, der Aufbruch des Menschen aus der selbstverschuldeten Unmündigkeit.

Was heisst Mündigkeit? Mündigkeit heisst, Freiheit mit Verantwortung zu verbinden. Nur wer frei ist, kann auch verantwortlich sein. Und deshalb: Wenn wir in Verantwortung dafür plädieren, dass wir uns selbst beschränken, dann ist das kein Zwang, sondern Freiheit. Es ist die Freiheit des guten Lebens, weil wir wissen, dass wir Geld nicht essen, nicht trinken und nicht atmen können.

Sie haben jetzt oft die Nachhaltigkeit erwähnt, die drei Pole, als könne man Umwelt gegen Soziales aufrechnen oder Soziales gegen Wirtschaft. Da haben Sie etwas grundsätzlich falsch verstanden. Die Nachhaltigkeit hat drei Dimensionen. Sie muss im Naturbereich, im sozialen Bereich und im wirtschaftlichen Bereich wirken. Genau deshalb ist eine Wirtschaft, die ihr eigenes Fundament untergräbt, eben keine nachhaltige Wirtschaft.

Die Frage ist nicht, ob wir eine Wirtschaft wollen, sondern welche Wirtschaft wir wollen. Wollen wir eine Wirtschaft, die den Menschen dient, die der Zukunft dient? Oder wollen wir eine Wirtschaft, die nur kurzfristig ein paar Aktionäre glücklicher macht?

"Wir haben uns entschieden, zum Mond aufzubrechen, nicht weil es einfach ist, sondern weil es schwierig ist", sagte Kennedy 1962, als er das grosse Ziel, das damals unerreichbar scheinende Ziel einer Mondlandung in zehn Jahren propagierte. Entscheiden wir uns heute, sechs Jahrzehnte später! Entscheiden wir uns, zu einer Erde aufzubrechen, die bewohnbar ist für unsere Kinder, unsere Enkel - nicht weil es einfach ist, sondern weil es schwierig ist. Wer Ja[NB]sagt[NB]zur[NB]Umweltverantwortungs-Initiative, sagt Ja zu einer Wirtschaft, die Wohlstand schaffen will, statt ihre eigenen Grundlagen und damit auch die Grundlagen aller Wohlfahrt zu vernichten.

Wo bleibt heute in diesem Saal der Optimismus, der Mut, der Realität ins Auge zu schauen und nicht zu verzweifeln? Ob diesen Mutes bewundere ich die Jungen Grünen. Es gäbe genug Gründe, einfach den Kopf in den Sand zu stecken oder sich zu freuen, wenn das Orchester auf der "Titanic" weiterspielt. Doch hier sind junge Menschen, die die Zukunft gestalten wollen. Gestalten wir sie mit: mit Mut in die Zukunft!