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Glarner Andreas · Nationalrat · 2024-06-12

Glarner Andreas · Nationalrat · Aargau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2024-06-12

Wortprotokoll

In vollem Bewusstsein, dass dies ein sehr heikles Thema ist und man sich als Bekämpfer dieser Vorlage eigentlich nur unbeliebt machen kann, aber auch im Bewusstsein, dass wir nicht gewählt sind, um beliebt zu sein, sondern um das Beste für unser Land zu erreichen, erlaube ich mir, diese Vorlage zu bekämpfen. Wenn wir schon beim Bewusstsein sind: Es ist mir natürlich bewusst, dass es für Eltern, die sich so lange auf das gemeinsame Kind gefreut haben, eine unglaublich schmerzhafte Erfahrung ist, dieses zu verlieren, und dass die Verarbeitung eines so tragischen Ereignisses lange Zeit dauert und es vielleicht sogar das ganze Leben lang nie überwunden werden kann.

Im Bewusstsein all dessen und auch als Vater zweier gesunder Töchter - die eine trägt zurzeit ein Kind unter dem Herzen, die andere hat vor zwei Tagen die kleine Eliane geboren - empfehle ich Ihnen trotzdem, hier Nein zu stimmen. Warum? Einfach deshalb, weil wir unseren Sozialstaat nicht immer weiter ausbauen dürfen. Wir haben einmal den kleinen Finger gereicht, um den Mutterschaftsurlaub zu gewähren. Dann wurde dieser extrem ausgebaut, und plötzlich, aber nicht ganz unerwartet, kam die Forderung nach dem Vaterschaftsurlaub.

Erinnern Sie sich an Ihr wichtigstes Argument, als Sie hier drin für den Vaterschaftsurlaub gekämpft haben? Erinnern Sie sich, dass das wichtigste Argument war, der Vater müsse eine Beziehung zum Kind aufbauen können? Es ist dann einfach unredlich, wenn Sie den Vaterschaftsurlaub nun auch für den Fall einer Totgeburt des Kindes fordern. Denn für jeden verantwortungsvollen Arbeitgeber ist es ja sonnenklar, dass man seinem Angestellten in so einem Falle die Zeit gibt, sich um die Frau zu kümmern, ihr beizustehen. Jeder verantwortungsbewusste Vater ist sicher auch bereit, ein oder zwei Wochen seiner Ferien dafür aufzuwenden, aber auf eigene Rechnung, ohne staatliche Regelung, ohne weiteren Ausbau des Sozialstaates. Denn Anstand, Mitgefühl und Menschlichkeit kann man nicht per Gesetz vorschreiben.

Die weiteren Forderungen sehen wir natürlich kommen. Was ist, wenn die Frau eine postnatale Depression hat? Dann wollen Sie doch sicher auch Urlaub für den betroffenen Erzeuger.

Die Linken möchten eigentlich gar nicht mehr arbeiten, sondern sich alles vom Staat bezahlen lassen. Seien wir ehrlich - viele hier drin tun das ja auch. Und weil wir eben wissen, dass die Linken noch viel weiter gehende Forderungen wie eine gemeinsame Elternzeit haben, müssen wir hier, auch ohne Begeisterung, Einhalt gebieten.

Ich bitte Sie daher, die Motion abzulehnen.