Graf Maya · Ständerat · 2024-06-13
Graf Maya · Ständerat · Basel-Landschaft · Grüne Fraktion · 2024-06-13
Wortprotokoll
Ich möchte Ihnen ebenfalls beantragen, hier der Mehrheit zu folgen. Wir haben uns in der Kommission für soziale Sicherheit und Gesundheit sehr ausführlich, auch mit mehreren Berichten darüber informiert, wie wir hier eine gesetzliche Basis schaffen könnten, um Netzwerke zur koordinierten Gesundheitsversorgung möglich zu machen. Ich möchte darauf hinweisen, dass auch die Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren ausdrücklich schreibt, dass sie eine Stärkung der integrativen koordinierten Versorgung wünscht. Sie wünscht eben auch explizit, dass wir diese Gelegenheit nutzen und diese gesetzliche Grundlage hier schaffen, damit dies möglich wird.
In einem Netzwerk zur koordinierten Versorgung sind ja nicht nur ärztliche, sondern eben auch pflegerische und therapeutische Leistungen gemeinsam vor Ort, heute häufig auch in HMO. Das Ziel der koordinierten und interprofessionellen Strukturen ist auch, gerade auch für Personen zugänglich zu sein, die nicht in diesen besonderen Versicherungsformen sind, auch wenn das heute schon verbreitet ist. Diese Personen, wir haben es bereits gehört, sind oft chronisch kranke und multimorbide Patientinnen und Patienten. Es sind ältere Menschen.
Da komme ich zu einem, finde ich, sehr wichtigen Argument: Diese Netzwerke der koordinierten Gesundheitsversorgung bieten uns die Möglichkeit, solche Gesundheitsversorgungszentren auch in ländlichen Regionen und in ländlichen Zentren interdisziplinär und fachübergreifend anzubieten. Auch ältere Menschen und ihre Angehörigen haben kurze Wege, es ist alles vernetzt, es gibt keine Doppelspurigkeiten, unnötige und überflüssige Behandlungen können leichter vermieden werden, und es gibt eben Behandlungsmöglichkeiten vor Ort. Übergänge zu den Einrichtungen, die ja bestehen, zum Beispiel zu Spitälern, Pflegeheimen, Rehabilitation und Spitex, können besser koordiniert werden. Ganz wichtig in diesem Lebensabschnitt, der übrigens auch am meisten Gesundheitskosten verursacht, ist ja auch das psychosoziale Umfeld der Patientinnen und der Patienten. Das kann ebenfalls besser berücksichtigt werden.
Auch für die Angehörigen, die ihre Eltern in diesem Lebensabschnitt pflegen und betreuen, ist das immer viel besser, wenn es vor Ort eine vernetzte und koordinierte Gesundheitsversorgung gibt, wo man mit den Angehörigen hingehen kann, wo eben verschiedene Leistungserbringer vor Ort sind und sich miteinander absprechen. Die freie Arztwahl wird dabei nicht eingeschränkt. Es ist den Leistungserbringern und -erbringerinnen selbstverständlich möglich, zum Beispiel daneben noch ihre Praxis weiterzuführen. Es ist freiwillig, aber es geht eben um die dringend nötige bessere und koordinierte Gesundheitsversorgung im doch sehr föderalen und sehr diversen dezentralen Gesundheitssystem der Schweiz. Das wäre ein kleiner, aber wichtiger Beitrag, um diese Möglichkeit vor Ort zu schaffen. Und wie gesagt: Die Kantone wünschen sich dieses Instrument auch für ihre Gesundheitspolitik.