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Glättli Balthasar · Nationalrat · 2024-06-13

Glättli Balthasar · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2024-06-13

Wortprotokoll

Die Motion Schneider Meret möchte, dass wir das Potenzial der Schweiz wirklich nutzen, um bei den pflanzlichen Proteinquellen nicht nur den Anbau zu fördern, sondern um auf der gesamten Wertschöpfungskette vorwärtszumachen. Eigentlich kann man die Stellungnahme des Bundesrates sehr einfach zusammenfassen: Der Bundesrat argumentiert in seiner Stellungnahme - wir werden es nachher vermutlich nochmals hören -, man könne das, man könne jenes, man könne das Dritte eigentlich schon machen.

Wenn wir hier in diesem Bereich vorwärtskommen wollen, dann müssen wir den Schritt vom Können zum Tun machen, von der Theorie in die Praxis. Nur wenn wir die ganze Wertschöpfungskette anschauen, wird am Schluss ein Schuh daraus. Das ist in den anderen Bereichen der Landwirtschaft nicht anders. Die Bauern leiden nicht prinzipiell darunter, dass sie nicht bestimmte Beiträge kriegen, sondern sie leiden z.[NB]B. ganz konkret darunter, dass von dem, was sie an Wert geschaffen haben, am Schluss der grösste Teil anderswo in der Wertschöpfungskette hängenbleibt, dass zum Bauern, zur Bäuerin nur ganz, ganz wenig zurückkommt.

Hier ist es umgekehrt: Wenn wir schon intelligenterweise - das wird gemacht - den Anbau von Eiweisspflanzen zu fördern versuchen, dann müssen wir umgekehrt auch dafür schauen, dass der nötige Absatz da ist. Das ist integrales Denken. Gerade dann, wenn man sagt, der Markt solle auch für die Bäuerinnen und Bauern funktionieren, muss natürlich auch der Absatz da sein.

Heute besteht das Problem darin, dass der Konsument diese Produkte nachfragt, aber die Bedingungen in der Wertschöpfungskette so sind, dass die Unternehmen ihren Sitz nicht in der Schweiz haben, sondern irgendwo im Ausland, wo sie dann natürlich ausländische Eiweisspflanzen kaufen. Oder die Unternehmen machen es einfach aus anderen Gründen nicht, weil die Vernetzung nicht funktioniert.

In anderen Bereichen, wenn es um tierische Proteine geht, kennen wir ja auch noch andere Mittel. Sie wissen, wir haben die Absatzförderung für Schweizer Fleisch immer kritisiert. Dieser Rat hat immer gesagt, nein, wir wollen die Absatzförderung beibehalten. Gut, dann machen wir es halt umgekehrt, dann fördern wir halt auch den Absatz von pflanzlichen Eiweissprodukten in der Schweiz. Die kommunikative Branchenunterstützung ist eine von drei möglichen Umsetzungen der Motion, die Meret Schneider auch in der Begründung anführt. Eine zweite Möglichkeit ist die Vereinfachung von Startbedingungen. Auch das ist jetzt nicht gerade so ein sozialistisches, linkes, verkopftes Anliegen, sondern eigentlich ein sehr liberales Anliegen. Wir hören immer wieder von rechts, man solle für Start-ups, für neue Unternehmensgründungen, für Industrien der Zukunft auch bessere Rahmenbedingungen schaffen. Als dritte Möglichkeit kann es schliesslich sein, dass es für den Anschub auch eine gewisse finanzielle Förderung braucht, damit man quasi vom Experimentier- und Innovationsstadium wirklich in die Breite und in die Umsetzung kommt.

In dem Sinne bitte ich Sie, die Motion Schneider Meret anzunehmen, weil wir auch die Chancen der Landwirtschaft und die Chancen der Produktion von pflanzenbasierten Eiweissen in der Schweiz als Chance für die Zukunft begreifen und dazu die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen sollten.