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Zopfi Mathias · Ständerat · 2024-09-09

Zopfi Mathias · Ständerat · Glarus · Grüne Fraktion · 2024-09-09

Wortprotokoll

Ja, diese Initiative hat eine kurze Übergangsfrist, aber sie fordert eigentlich auch etwas Selbstverständliches, nichts, was uns von der Logik her fremd ist. Wir kennen diese Logik - nicht mehr zu brauchen, als wir haben - von der Schuldenbremse. So wie wir die Schuldenbremse nutzen, um künftigen Generationen keine Schulden zu hinterlassen, verlangt diese Initiative also wirklich etwas Logisches, nämlich dass wir an künftige Generationen denken, dass wir überlegen, was für eine Welt wir ihnen hinterlassen. Ich denke da also nicht nur an unser Geburtstagskind, wie die Präsidentin, sondern an alle Kinder.

Jetzt gibt es aber einen Unterschied zur Schuldenbremse: Hier haben wir es nicht im Griff. Wir haben es nicht im Griff! Es ist müssig, vieles aufzuzählen, Sie wissen es: Wir haben vermehrt Wasserknappheit; wir haben Extremereignisse; wir haben in der Schweiz Temperaturen, die 2,8 Grad höher sind als noch 1880; wir haben Gletscher, die in den letzten 150 Jahren 65 Prozent ihres Volumens verloren haben; wir haben 95 Prozent weniger Trockenwiesen und 82 Prozent weniger Moore als noch 1900. Wenn ich das jetzt mit der Schuldenbremse vergleiche, die wir alle hier ja immer hochhalten und die wir beinahe heiliggesprochen haben, dann frage ich mich schon ein bisschen, ob wir die berühmte Frage - Geld oder Leben? - richtig beantworten.

Ich bin deshalb der Auffassung, dass es so nicht weitergehen kann, und setze, wie jeweils mein Vorgänger auf diesem Platz, auch ein bisschen zum Protest ein Zeichen. Sie verstehen jetzt, wieso ich diese Initiative zur Annahme empfehle und Sie ersuche, dies ebenfalls zu tun.