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Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · 2024-09-25

Prelicz-Huber Katharina · Nationalrat · Zürich · Grüne Fraktion · 2024-09-25

Wortprotokoll

Mit meiner Motion möchte ich, dass der Bundesrat die nötigen gesetzlichen Grundlagen schafft, damit die Arbeitsbedingungen in sogenannten Frauenberufen entsprechend ihrer Verantwortung und Wichtigkeit endlich aufgewertet werden. Es geht vor allem um Pflege- und Betreuungsberufe und selbstverständlich auch um die mit der Aufwertung verbundene Lohnerhöhung.

Arbeit in der Pflege und Betreuung ist systemrelevant. Das haben wir spätestens in der Pandemie gemerkt. Angesichts der grossen Verantwortung, die sie mit sich bringt, ist diese Arbeit Teil eines unverzichtbaren Service public für die ganze Gesellschaft. Trotzdem sind Care-Berufe deutlich unterbezahlt, oft nur knapp existenzsichernd. Auch die Arbeitsbedingungen sind ungenügend. Für viele ist ein 100-Prozent-Pensum wegen der hohen psychischen und physischen Belastung gar nicht möglich; hinzu kommen familienunfreundliche Arbeitszeiten, obwohl man zuhause auch oft Care-Arbeit zu verrichten hat - unbezahlt. Das verschlimmert die finanzielle Situation.

In den Pflegebereichen arbeiten zu 86 Prozent Frauen, in den Kitas, bei der Kinderbetreuung, sind es zu 92 Prozent Frauen. Pro Monat steigen 300 Pflegefachkräfte aus dem Beruf aus, weil die Arbeitsbedingungen nicht stimmen, obwohl wir bis etwa 2030, wenn wir die demografische Entwicklung berücksichtigen, rund 100[NB]000 Personen mehr bräuchten. Aktuell fehlen bereits etwa 10[NB]000 Pflegefachkräfte. Somit sind Überstunden an der Tagesordnung. Der Druck durch den Personalmangel nimmt zu. Hinzu kommt ein sehr hoher Anteil an Administration und damit zu wenig Zeit für die Patientinnen und Patienten, womit es keine Freude mehr macht, den Beruf auszuüben. Wir sind zum Glück daran, die Pflege-Initiative umzusetzen. Es soll Verbesserungen geben, wobei das letztlich nur einen Bereich und nicht alle Pflegeberufe betrifft.

Auch bei der frühkindlichen Betreuung und Bildungsarbeit, die ebenfalls eine hohe gesellschaftliche und ökonomische Bedeutung haben, sind die Arbeitsbedingungen oft sehr ungenügend: Es fehlt an qualifiziertem Personal; die Arbeitsbedingungen entsprechen nicht dem, was geleistet wird; oft sind die Löhne viel zu tief; es arbeiten zu viele nicht ausgebildete Leute in diesem Bereich; der Betreuungsschlüssel ist zu knapp; oft sind die Institutionen finanziell ungenügend ausgestattet; auch hier steigen viele Fachpersonen sehr schnell wieder aus dem Beruf aus, da es für sie einfach nicht stimmt.

Aus den genannten Gründen müssen diese wichtigen Berufe endlich aufgewertet werden. Es braucht eben nicht nur gleichen Lohn für gleiche Arbeit, sondern gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit. Diese Gleichstellung fehlt bis jetzt. Zum Glück ist im Pflegebereich diesbezüglich etwas vorgesehen, in der Betreuung ist das aber nicht der Fall. Deshalb habe ich diese Motion eingereicht. Es braucht diese Aufwertung und Qualifizierung entsprechend der Verantwortung. Bis anhin hat das gefehlt.

Wie gesagt, ich freue mich auf die Diskussion zur Umsetzung der Pflege-Initiative. Diese betrifft aber nur die qualifizierten Pflegefachleute im Tertiärbereich, den Rest nicht. Daher wiederhole ich es noch einmal: Bei der Betreuung ist gar keine Lösung vorgesehen.

Darum bitte ich Sie sehr, auch im Sinne unserer Gesellschaft, diese Motion anzunehmen.

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