Strupler Manuel · Nationalrat · 2025-03-04
Strupler Manuel · Nationalrat · Thurgau · Fraktion der Schweizerischen Volkspartei · 2025-03-04
Wortprotokoll
Gut gemeint heisst nicht unbedingt, dass es auch gut gemacht ist oder dass ein Steuer- und Abgabenfranken effizient eingesetzt statt mit vollen Händen ausgegeben wird. In diesem Zeichen steht mein Antrag zu Artikel 71a Absatz 4. Meine Minderheit möchte den Artikel nämlich so ergänzen, dass nicht einfach maximal 60 Prozent der Investitionskosten bezahlt werden, sondern dass dies nur geschieht, wenn die Investitionskosten für die Fotovoltaikanlage nicht mehr als 4000 Franken pro gebautem Kilowatt-Peak betragen und 20 Rappen pro produzierter Kilowattstunde nicht überschreiten. Für die Kontrolle dieser Angaben muss der Betreiber eine Wirtschaftlichkeitsrechnung einreichen.
Wenn sogar die Axpo davon spricht, dass es unheimlich schwierig sei, in den Alpen betriebswirtschaftlich sinnvolle Solaranlagen zu bauen, da die Kosten dafür zu ungewiss und massiv zu hoch seien, sollten wir durchaus hellhörig werden. Angesichts der Kosten pro gebautem Kilowatt-Peak von bis zu 7000 Franken stimmt für unsere Minderheit das Verhältnis schlichtweg nicht mehr. Im Vergleich dazu kostet, wie ich aus eigener Erfahrung weiss, eine einfach gebaute Solaranlage auf bestehenden Dächern im Mittelland im günstigsten Fall rund 1000 Franken pro gebautem Kilowatt-Peak. Dass diese Kosten in keinem Verhältnis stehen, legt sogar ein Bericht der Bundesverwaltung dar. Er zeigt klar auf, dass der Franken im Flachland effizienter investiert ist als in einer Grosssolaranlage in den Alpen, da die Winterleistung dort nur rund viermal höher ist. Es macht deshalb keinen Sinn - und somit sind wir wieder bei den 4000 Franken -, mehr als viermal mehr für Solaranlagen in den Alpen auszugeben. Dabei verschandeln wir sogar noch unsere Natur und Landschaft.
Aus diesem Grund ist die Deckelung der Investitionskosten auf 4000 Franken pro gebautem Kilowatt-Peak sicher richtig. Die Grünen mögen zwar wieder "töipelen" und diesen Antrag als Verweigerungshaltung gegenüber der Solarenergie betiteln, doch ihn zu unterstützen hat mit Vernunft zu tun. Wir schaffen damit keine falschen Anreize, sondern wir setzen die finanziellen Ressourcen sinnvoll ein und verhindern eine unnötige Verschandelung der Alpen durch unrentable Solaranlagen. Gerät der "Solar-Express" dabei noch mehr ins [PAGE 46] Stocken, ist das sicher nicht meinem Antrag geschuldet, sondern den vielen falschen Versprechungen und den träumerischen Annahmen in Bezug auf die Baukosten für Solaranlagen in den Alpen.
Ich bitte Sie deshalb, meinen Minderheitsantrag zu unterstützen und damit die Gelder sinnvoll zu investieren, anstatt Anlagen zu bauen, die weder rentabel noch zielführend sind und zudem, wie gesagt, die Natur und Umwelt in unseren Alpen unnötig belasten.