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Durrer Regina · Nationalrat · 2025-03-11

Durrer Regina · Nationalrat · Nidwalden · Die Mitte-Fraktion. Die Mitte. EVP. · 2025-03-11

Wortprotokoll

Wie meistens bei solchen Initiativen sieht auch die Initiative "für eine engagierte Schweiz" auf den ersten Blick gut aus. Es ist nachvollziehbar, weswegen auch Mitglieder meiner Partei diese Initiative unterstützen. Unser Land lebt von Freiwilligenarbeit, sei es innerfamiliär bei der Care-Arbeit, im Sportbereich als "Jugend und Sport"-Trainer, in der Pfadi oder, was viele von uns kennen, als politische Behördenmitglieder auf kommunaler Ebene. Aber ehrenamtliches Engagement ist per Definition freiwillig. Es lebt davon, dass Menschen sich aus eigener Überzeugung und mit Leidenschaft einsetzen. Insbesondere junge Menschen engagieren sich dort, wo sie persönlichen Sinn und persönliche Erfüllung finden. Eine Verpflichtung führt dazu, dieses freiwillige Engagement als lästige Pflicht wahrzunehmen. Wird das freiwillige Engagement zur Pflicht, leidet nicht nur die Motivation, sondern auch die Qualität der[NB]geleisteten[NB]Arbeit.[NB]Statt[NB]einer Verpflichtung braucht es gezielte Massnahmen zur Förderung und Anerkennung der Freiwilligenarbeit.

Neben der Problematik der Freiwilligkeit verstärkt diese Vorlage aber auch die immer noch bestehende Benachteiligung von Frauen. Gemäss Bundesamt für Statistik arbeiten über 40 Prozent der Bevölkerung bereits heute durchschnittlich über vier Stunden pro Woche ohne finanzielle Entschädigung. Die grösste Gruppe machen dabei Frauen im Alter zwischen 55 und 74 Jahren aus. Bei Annahme dieser Initiative würde man insbesondere Frauen doppelt und dreifach belasten, indem sie als junge Erwachsene freiwilligen Dienst leisten müssten, immer noch den Hauptanteil an der Familienarbeit leisten würden und ab 50 entweder die Eltern oder die Enkel betreuen würden, und dies ohne adäquate Anerkennung ihrer Arbeit, weder finanziell noch in Bezug auf die Sozialversicherungen. Solange wir diese Ungleichbehandlung [PAGE 270] nicht beseitigt haben, können wir nicht noch mehr Freiwilligenarbeit auf dem Buckel der Frauen fordern.

Deswegen ist für mich klar, dass die Initiative zur Ablehnung zu empfehlen ist.