Gredig Corina · Nationalrat · 2025-05-06
Gredig Corina · Nationalrat · Zürich · Grünliberale Fraktion · 2025-05-06
Wortprotokoll
Der Verkehr auf unseren Alpentransitrouten nimmt stetig zu. Die betroffenen Regionen leiden unter dem Lärm, den Abgasen und der Dauerbelastung. Unsere Infrastruktur stösst an ihre Grenzen. Der Verkehr auf unseren Alpentransitrouten hat eine kritische Grenze erreicht. Die Schweiz braucht eine Lösung, und zwar eine,[NB]die[NB]typisch[NB]schweizerisch ist: pragmatisch, smart und gerecht.
Eine solche Lösung kann eine dynamische Alpenmaut sein. Sie lenkt den Verkehr, ohne ihn zu verbieten. Wer zu Randzeiten fährt, zahlt weniger, und wer zu Spitzenzeiten fährt, zahlt etwas mehr. So steuern wir, statt zu stauen.
Diese Maut soll die Mobilität nicht einschränken, sondern besser organisieren. Sie bringt fünf klare Vorteile: erstens eine Stauvermeidung durch verteilten Verkehr, zweitens mehr Lebensqualität für die betroffenen Regionen, drittens eine effizientere Nutzung unserer Infrastruktur, viertens eine verursachergerechtere Finanzierung - gerade auch mit Blick auf den hohen Anteil ausländischer Fahrzeuge im Transitverkehr - und fünftens mehr Klimaschutz durch eine gezielte Lenkung weg von den Spitzenzeiten.
Die Bevölkerung entlang der Strecke soll nicht draufzahlen. Es braucht faire und alltagstaugliche Ausnahmeregeln wie etwa Mehrfahrtenkarten, Pendlerjahreskarten oder Anrainerkarten, wie man sie im Ausland, beispielsweise in Österreich, kennt. Zudem fallen Gebühren bei einer dynamischen Ausgestaltung an den Spitzentagen an, und gerade an teuren, reiseintensiven Tagen ist der Anteil an ausländischen Touristen besonders hoch. Am Gotthard beträgt er beispielsweise bis zu 80 Prozent.
Die Alpen sind keine Transitstrecken ohne Limit. Sie sind eben Lebensraum, Naturraum und Wirtschaftsraum, auch für die lokale Bevölkerung. [PAGE 660]
Ich bitte Sie deshalb: Geben wir der Schweiz dieses Instrument, und stimmen Sie für eine faire, funktionierende und zukunftsfähige Transitpolitik.